300-Kilo-Rochen im Mekong Fischer entdeckt weltgrössten Süsswasserfisch

dpa/uri

21.6.2022 - 08:32

Ein Team kambodschanischer und amerikanischer Wissenschaftler und Forscher bereitet sich am 14. Juni 2022 darauf vor, den Süsswasserrochen wieder in die Freiheit zu entlassen. 
Ein Team kambodschanischer und amerikanischer Wissenschaftler und Forscher bereitet sich am 14. Juni 2022 darauf vor, den Süsswasserrochen wieder in die Freiheit zu entlassen. 
Bild: Chhut Chheana/Wonders of the Mekong/AP/dpa

Einen fast 4 Meter langen und 300 Kilogramm schwere Rochen hat ein Fischer im Mekong in Kambodscha gefangen. Der gigantische Fisch hatte Glück: Er wurde wieder lebend in die Freiheit entlassen – und dient nun der Wissenschaft. 

21.6.2022 - 08:32

Im mystischen Mekong fängt ein Angler einen riesigen Rochen. Als Forscher ihn auf eine Waage packen, sind sie verblüfft: Das Tier bricht alle Rekorde. Sein kurzer Landgang findet ein gutes Ende.

Ein Fischer hat im Mekong in Kambodscha den grössten jemals registrierten Süsswasserfisch der Welt gefangen. Bei dem Tier handele es sich um einen fast 4 Meter langen und knapp 300 Kilogramm schweren Riesen-Süsswasserstechrochen, teilte das US-kambodschanische Forschungsprojekt «Wonders of the Mekong» (Wunder des Mekong) mit. Das Weibchen sei am 13. Juni im Nordosten des Landes gefangen worden. Den bisherigen Rekord hielt ein 293 Kilogramm schwerer Mekong-Riesenwels, der 2005 im Norden Thailands ins Netz gegangen war.

Der jüngste Fund habe das Team von «Wonders of the Mekong» sprachlos gemacht, zitierte das Magazin «National Geographic» den Leiter des Forschungsprojekts, Zeb Hogan. Der Experte von der Universität Nevada dokumentiert seit fast zwei Jahrzehnten grosse Süsswasserfische. Der Fang gebe neue Hoffnung, betonte er: «Das beweist, dass diese akut gefährdeten Unterwasser-Giganten noch existieren.»

Forscher verfolgen das Tier über Peilsender

Anders als der Riesenwels in Thailand wurde der riesige Rochen nicht getötet und verzehrt, sondern mit einem akustischen Peilsender ausgestattet wieder in die Freiheit entlassen. «Wenn der Stachelrochen unser Netzwerk von 36 Empfängern passiert, können wir zum ersten Mal Daten über seine Migration und sein Verhalten sammeln», hiess es in einer auf Facebook verbreiteten Mitteilung.

Der Fisch wurde «Boramy» getauft, was auf Khmer «Vollmond» bedeutet – denn nicht nur ist seine Körperform rund, sondern er wurde auch beim jüngsten Vollmond wieder im Mekong freigelassen. In Kambodscha wird der Begriff auch für schöne Frauen verwendet.

«Wenn die Leute sehen, dass es diese Tiere gibt, und sich bewusst werden, wie unglaublich sie sind, werden sie davon inspiriert», sagte Hogan. «Der Fisch, der 2005 den Rekord gebrochen hat, wurde getötet und sein Fleisch verkauft.» Die neue Rekordhalterin werde hingegen bei ihrer Reise durch den Fluss von Wissenschaftlern beobachtet. «Es ist so ein Kontrast. Es bedeutet, dass nicht alles verloren ist.»

dpa/uri