Ganzes Nest im KellerHandwerker entdeckt giftige Einsiedlerspinne in deutscher Uni
Philipp Fischer
1.12.2025
Eine Gefahr geht von der Chilenischen Einsiedlerspinne vor allem dann aus, wenn sie sich in herumliegender Kleidung versteckt, die dann angelegt wird.
Symbolbild: IMAGO/imagebroker
Ein Handwerker hat in den Kellerräumen der Universität Tübingen eine in Deutschland bislang unbekannte Spinnenart entdeckt. Die Chilenische Einsiedlerspinne beisst zwar nur selten – doch dann ist Vorsicht geboten.
Philipp Fischer
01.12.2025, 20:40
Philipp Fischer
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Ein Handwerker entdeckt in Kellerräumen der Universität Tübingen eine Chilenische Einsiedlerspinne.
Inzwischen wurden Exemplare der Spinne in weiteren Bereichen auf dem Campusgelände gesichtet.
Sollte es zu einem Biss kommen, ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.
Wie die Eberhard Karls Universität Tübingen auf ihrer Webseite am 10. November 2025 mitteilte, wurden Exemplare der Chilenischen Einsiedlerspinne (Loxosceles laeta) in einem nicht öffentlich zugänglichen Kellerraum der Universität entdeckt. Ein Handwerker stiess zuerst auf ein einzelnes Tier und machte Fotoaufnahmen. Doch es blieb nicht bei dem einem Spinnen-Streuner: Rund 20 Exemplare sollen sich im Universitätskeller eingenistet haben. Noch ist ungeklärt, auf welchem Weg die Spinnen auf das Unigelände gelangt sind.
Inzwischen wurden weitere Exemplare auf dem Campusgelände aufgestöbert. Es wird vermutet, dass die Achtbeiner zwischen den Fundorten innerhalb der Uni «verschleppt» wurden. Dies kann geschehen, wenn eine Spinne zum Beispiel als blinder Passagier in eine Kiste krabbelt – und dann an einen anderen Ort verfrachtet wird.
Eine der giftigsten Spinnenarten Südamerikas
«Um das Risiko zu minimieren, hat die Universität umgehend alle Nutzerinnen und Nutzer der betroffenen Räume informiert und Massnahmen zur Bekämpfung der Spinne eingeleitet», teilte die Uni mit.
Laut einer Pressemitteilung der Universität ist die Chilenische Einsiedlerspinne nachtaktiv, gilt als menschenscheu und nicht aggressiv. Ihr Biss kann allerdings giftig sein. Der beratende Universitäts-Experte Dr. Hubert Höfer, Leiter der Abteilung Biowissenschaften am Staatlichen Naturkundemuseum Karlsruhe, schätzt die Gefahr durch die Spinne für den Menschen als «sehr gering» ein. Kommt es dennoch zu einem Biss, ist medizinische Behandlung dringend erforderlich. Ihr Gift enthält ein Enzym, das in seltenen Fällen Gewebe zerstören (Nekrose) kann.
Die Spinne aus Südamerika ist ausserhalb ihrer Heimat auch an anderen Orten auf der Welt bereits aufgetaucht. «Auffällig ist, dass die Spinne häufig in Universitäten Heimat findet», teilt die Uni Tübingen mit. In Europa gab es bisher nur eine bestätigte Population in einem Gebäude der Universität Helsinki. In der Schweiz wurde sie noch nie gesichtet.
Rund 110’000 Spinnen in einem Netz
In einer Schwefelhöhle an der griechisch-albanischen Grenze haben Forscher eine gigantische «Spinnen-WG» entdeckt. Ihr Netz könnte mit einer Fläche von über 100 Quadratmetern das bislang grösste bekannte der Welt sein.