Alle Zugänge geschlossen Überschwemmungen verwüsten Yellowstone-Nationalpark

AP/uri

14.6.2022 - 01:40

Yellowstone-Park nach Unwettern gesperrt

Yellowstone-Park nach Unwettern gesperrt

Sturzfluten und Erdrutsche haben schwere Schäden angerichtet. Erstmals seit mehr als 30 Jahren dürfen Besucher den weltberühmten Nationalpark nicht betreten.

14.06.2022

Brücken und Strassen wurden weggerissen, es gibt keinen Strom mehr: Überschwemmungen haben den Yellowstone-Nationalpark in den USA verwüstet. Unklar war zuletzt, wie viele Besucher im Park festsitzen. 

14.6.2022 - 01:40

Zum Start der Sommersaison müssen Besucher aus dem Schutzgebiet evakuiert werden. Manche Orte sind zu über Strassen nicht mehr zu erreichen.

Überschwemmungen durch Dauerregen und Schneeschmelze haben im Yellowstone-Nationalpark in den USA massive Verwüstungen angerichtet. Strassen und Brücken wurden weggespült, zudem wurde die Stromversorgung unterbrochen, wie die Park-Verwaltung am Montag (Ortszeit) mitteilte. Just zum Start der Sommersaison mussten Besucher aus den besonders schwer betroffenen Gegenden des Wildnis-Erholungsgebiets evakuiert werden. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Trinkwasser in vielen Gebieten nicht mehr sicher

Alle Zugänge zum Nationalpark seien wegen der Notlage geschlossen worden, hiess es. Am schlimmsten fielen die Schäden im nördlichen Teil des Parks und in Gemeinden im Süden des Staats Montana aus, die an den Yellowstone-Park angrenzen. Auf Fotos des National Park Service, der für die Verwaltung von Naturschutzgebieten zuständigen Bundesbehörde, waren ein Erdrutsch, eine völlig überschwemmte Brücke über einem Bach und Strassen zu sehen, die vom reissenden Strom der Nebenflüsse Gardner und Lamar unterspült worden waren.

Der überflutete Yellowstone River unterspült das Ufer und gefährdet ein Haus und eine Garage.
Der überflutete Yellowstone River unterspült das Ufer und gefährdet ein Haus und eine Garage.
Bild: Sam Glotzbach/AP/dpa

Durch das Hochwasser war der Strassenzugang zu Gardiner abgeschnitten, einer von 900 Menschen bewohnten Ortschaft in Montana, in deren Nähe die Flüsse Yellowstone und Gardner zusammenfliessen. Cooke City war ebenfalls vom Wasser eingeschlossen, und auch für die Bewohner von Livingston wurde eine Evakuierung angeordnet. Die Behörden des umliegenden Bezirks Park teilten am Montagabend mit, das Trinkwasser sei aufgrund der Überschwemmungen in vielen Gebieten nicht mehr sicher. Die Evakuierungen und Rettungsaktionen dauerten an.

Wann der Nationalpark wieder öffnet, ist nicht bekannt

Unklar war, wie viele Besucher im Park festsassen oder gezwungen waren, früher als geplant abzureisen. Die Behörden äusserten sich auch nicht dazu, wie viele ausserhalb des Parks evakuiert werden mussten.

Die Strassen im nördlichen Teil des Yellowstone-Nationalparks dürften für längere Zeit unpassierbar sein, erklärte Cam Sholly, Oberaufseher des Parks. Doch auch die anderen Gebieten des Wildnisgebiets seien betroffen, ergänzten Beamte. Dort drohten massivere Überschwemmungen und Probleme mit der Wasserversorgung und den Abwassersystemen. Wann der Nationalpark wieder öffne, werde erst bekannt sein, wenn das Hochwasser zurückgegangen sei und die Schäden im gesamten Park begutachtet werden könnten, teilte Sholly mit. Bis mindestens Mittwoch sind die Zugänge zum Yellowstone aber geschlossen.

Ein Meteorologe beim Nationalen Wetterdienst in Billings in Montana, Cory Mottice, sagte, vorerst sei kein weiterer Regen zu erwarten und kühlere Temperaturen sollten die Schneeschmelze in den kommenden Tagen abschwächen. «Das sind Überschwemmungen, wie wir sie in unserem Leben noch nie gesehen haben», sagte er.

AP/uri