Illegale Tests an Parkinson- und Alzheimer-Kranken aufgeflogen

SDA/tjb

20.9.2019 - 17:22

In der Einrichtung Fonds Josefa nahe Poitiers südwestlich von Paris wurde ohne Bewilligung an Patienten experimentiert.
Bild: AFP/Guillaume Souvant

Ein umstrittener Arzt hat in Frankreich an Parkinson- und Alzheimer-Patienten experimentiert, obwohl ihm die Behörden die Tests untersagt hatten. Nun will die Politik wissen, wie es soweit kommen konnte.

Illegale klinische Tests an hunderten Parkinson- und Alzheimer-Kranken haben in Frankreich die Regierung auf den Plan gerufen. Gesundheitsministerin Agnès Buzyn sprach von einem «Skandal» und kündigte juristische Schritte gegen die Verantwortlichen an. Im Vordergrund stehe nun zunächst das Wohlergehen der betroffenen Patienten, betonte sie.

Die französische Arzneimittelbehörde hatte die Testreihe an rund 350 Patienten untersagt. Sie wurde von einer Einrichtung namens Fonds Josefa in der Nähe der Stadt Poitiers südwestlich von Paris durchgeführt. Hinter den Tests steht der umstrittene Arzt Henri Joyeux, der als Impfgegner bekannt ist. Es handele sich «nicht um eine klinische Studie», räumte Joyeux im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP ein.

Den Parkinson- und Alzheimer-Kranken wurden nach den Erkenntnissen der Arzneimittelbehörde Pflaster mit Zusatzstoffen unbekannter Wirkung verabreicht, die angeblich gegen Schlafstörungen helfen sollten. Der Arzt Joyeux wirbt auf seiner Webseite mit einer «phänomenalen Entdeckung» und einem «Hormon» gegen Schlafstörungen.

Von den Kranken verlangte seine Einrichtung für die Behandlung «1'000 Euro je Zusatzstoff», wie die Arzneimittelbehörde mitteilte. Wohlhabendere Patienten wurden aufgerufen, mehr zu zahlen – angeblich, um Bedürftigen zu helfen.

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