Heftiger Ausbruch in Indonesien Vulkan Semeru spuckt 2000 Meter hohe Aschesäule

dpa

19.11.2025 - 19:55

Indonesien: Pyroklastische Ströme nach Eruption von Vulkan Semeru

Indonesien: Pyroklastische Ströme nach Eruption von Vulkan Semeru

STORY: Indonesiens Vulkan Semeru auf der Insel Java ist am Mittwoch zum wiederholten Mal ausgebrochen. Zu beobachten waren unter anderem pyroklastische Ströme. Dabei handelt es sich um extrem schnelle, heisse Lawinen aus vulkanischer Asche, Gas und Gesteinsbrocken. Die nationale Vulkanologiebehörde rief daher die höchste Warnstufe aus. Anwohner wurden aufgefordert, einen Sicherheitsabstand von mindestens 2,5 Kilometern rund um den höchsten Berg Javas einzuhalten, um sich vor möglichen Gefahren zu schützen. Semeru gehört zu den rund 130 aktiven Vulkanen des Landes. Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch aktiven Zone, in der sich Erdplatten treffen und regelmässig Erdbeben und Vulkanausbrüche auftreten.

19.11.2025

Die Behörden rufen nach einem Ausbruch des Semeru auf Java die höchste Warnstufe aus. Zuvor hatte der Vulkan eine kilometerhohe Aschesäule gespuckt.

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DPA, Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Vulkan Semeru auf der indonesischen Insel Java ausgebrochen und hat eine 2000 Meter hohe Aschewolke in den Himmel geworfen.
  • Die Behörden hoben die Warnstufe auf das höchste Niveau an. Drei Dörfer wurden evakuiert.
  • Die Eruption hielt den ganzen Tag an und bedeckte Dörfer in der Umgebung mit Vulkanasche. 
  • Der Semeru ist in den vergangenen 200 Jahren mehrmals ausgebrochen.

In Indonesien ist der Vulkan Semeru auf der Insel Java ausgebrochen und hat eine kilometerhohe Aschewolke in den Himmel geworfen. Die Behörden in dem südostasiatischen Inselstaat hoben die Warnstufe für den Feuerberg mittlerweile auf das höchste Niveau an. 

Katastrophenschutzsprecher Abdul Muhari sagte, die Gefahrenzone um den Vulkan sei auf einen Umkreis von acht Kilometern ausgeweitet worden. Mehr als 300 Menschen aus drei Dörfern seien in Notunterkünften einquartiert worden. Berichte über Todesopfer lagen nicht vor.

Die Eruption begann der Vulkanologie-Behörde zufolge am Nachmittag (Ortszeit). Die Aschesäule stieg vom Gipfel rund zwei Kilometer in die Höhe. Gleichzeitig flossen pyroklastische Ströme herab – Lawinen aus heissem Gas und Gestein, die mit hoher Geschwindigkeit an Vulkanhängen herabstürzen. Zuletzt hatte es Ende 2022 einen heftigen Ausbruch gegeben.

Die Eruption hielt den ganzen Tag an und bedeckte Dörfer in der Umgebung mit Vulkanasche. Im Internet verbreitete Videos zeigten eine dichte Aschewolke, die durch ein bewaldetes Tal zu einem Fluss unter einer Brücke fegte. Mehrere hundert Einwohner, deren Gesichter mit Vulkanstaub und Regen verschmiert waren, flohen in Notunterkünfte oder begaben sich in sichere Gebiete.

Der Semeru setzt vulkanisches Material frei.
Der Semeru setzt vulkanisches Material frei.
Badan Geologi/Badan Geologi/AP/dpa

Höchster Berg der Insel Java 

Der Semeru ist auch unter dem Namen Mahameru bekannt und in den vergangenen 200 Jahren mehrmals ausgebrochen. Dennoch leben weiter Zehntausende Menschen an seinen fruchtbaren Hängen. Beim letzten grossen Ausbruch des Semeru gab es im Dezember vergangenen Jahres 51 Tote. Mehrere Hundert Menschen erlitten Verbrennungen, mehr als 10'000 wurden evakuiert. Fast 3000 Häuser wurden dauerhaft geräumt.

Indonesien verfügt über 129 aktive Vulkane. Das Land mit mehr als 270 Millionen Einwohnern liegt auf dem «Pazifischen Feuerring», einer hufeisenförmigen Reihe tektonischer Verwerfungslinien um den Pazifik, auf der es immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt, weil sich dort Platten der Erdkruste gegeneinander verschieben.