Ersten Prozesstermin ignoriert Influencer wegen mehrfacher Vergewaltigung vor Zürcher Gericht

SDA

1.12.2025 - 06:26

Auf Instagram gab «Travis the Creator» vor, ein Leben in Saus und Braus zu führen.
Auf Instagram gab «Travis the Creator» vor, ein Leben in Saus und Braus zu führen.
Bild: Instagram/travis_thecreator_

Ein 30-jähriger Influencer muss sich an diesem Montag vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Er soll fünf Frauen vergewaltigt haben, denen er versprach, sie «berühmt zu machen». Ob der Angeklagte vor Gericht auftaucht, ist offen.

Keystone-SDA

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  • Influencer Travis the Creator muss heute (1. Dezember 2025) wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung vor Gericht.
  • Unzählige Frauen berichteten in den sozialen Medien von den Übergriffen, dabei soll sie Travis oftmals mit dem Satz «Don't be shy» zum Sex gegen ihren Willen gedrängt haben.
  • Es ist bereits der zweite Termin vor dem Zürcher Gericht: Der Prozess war eigentlich bereits im März geplant, allerdings hielt sich «Travis» damals in Spanien auf.
  • Ob er heute vor Gericht auftaucht, ist offen.

«Travis the Creator», so sein Pseudonym, ging immer nach dem gleichen Schema vor: Er versprach Frauen, ihre Karriere in der Mode- oder Musikbranche zu fördern, und lud sie zu Fotoshootings ein.

Immer gleich war auch sein Spruch, mit dem er die Frauen «auflockern» wollte: «Don't be shy» – sei nicht schüchtern. Später rief er gar eine Partyreihe unter diesem Motto ins Leben.

Statt ihre Karriere zu fördern, hatte der 30-Jährige aus Ghana aber andere Pläne: In mindestens fünf Fällen soll er junge Frauen vergewaltigt haben. Gemäss Anklageschrift sagten die Opfer übereinstimmend aus, dass die Übergriffe «absolut unerwartet» gekommen seien und sie in eine Art Schockstarre verfallen seien. In einem angeklagten Fall kam noch ein zweiter Mann hinzu und beteiligte sich an den Handlungen.

Sechs Jahre Gefängnis

Die Anklage fordert für den Influencer eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. «Travis the Creator» soll nach Verbüssung der Freiheitsstrafe ausserdem für zwölf Jahre des Landes verwiesen werden. Dazu soll eine Geldstrafe wegen des Weiterleitens von illegal erstellten Videos kommen.

Der Mann aus Ghana ist bereits wegen Schändung vorbestraft, weshalb eine Bewährungsstrafe bei einem Schuldspruch nicht möglich ist.

Der Prozess war eigentlich bereits im März geplant, allerdings hielt sich «Travis» damals in Spanien auf. Er liess sich per ärztlichem Attest von der Verhandlung dispensieren. Ob er nun vor Gericht auftaucht, ist offen.