Verzweifelter Kampf gegen DürreIran lässt Salz in den Wolken versprühen
SDA
17.11.2025 - 21:13
Gläubige beten für Regen am Schrein des Heiligen Saleh.
Keystone/Vahid Salemi
Der Iran versucht mit allen Mitteln, die historische Trockenheit im Land zu bekämpfen. Von Regengebeten bis zu Wolkenimpfen – doch bislang bleibt der Erfolg aus.
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Keystone-SDA, Redaktion blue News
17.11.2025, 21:13
17.11.2025, 21:19
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Angesichts der schweren Wasserkrise setzt der Iran neben Regengebeten nun auch auf Wolkenimpfung, deren Wirksamkeit Experten jedoch bezweifeln.
Die Massnahmen stossen auf breite Kritik, während Hardliner der Bevölkerung – besonders Frauen ohne Kopftuch – eine Mitschuld an der Trockenheit geben.
Wegen ausgetrockneter Staudämme erwägt die Regierung drastische Schritte wie nächtliche Wasserabschaltungen, während sogar eine Evakuierung Teherans kurzzeitig diskutiert wurde.
In der Provinz West-Aserbaidschan im Nordwesten Irans sprühten Flugzeuge ein bestimmtes Salz in die Wolken über dem ausgetrockneten Urmia-See, berichtet die Tageszeitung Donjaje-Eghtessad. Ob diese Massnahmen tatsächlich zu Regen führen, ist laut Umweltexperten jedoch fraglich.
Am Freitag fanden in der Hauptstadt Teheran, die mit ihren 15 Millionen Einwohnern besonders stark von der Wasserkrise betroffen ist, nach dem traditionellen Freitagsgebet Regengebete statt. Die Initiative stiess jedoch in der Gesellschaft auf harsche Kritik. Statt auf wissenschaftliche Expertise zu setzen, offenbare die Regierung mit Regengebeten ihre Hilflosigkeit, so die Kritiker. Selbst staatliche Medien sprechen inzwischen von einer nationalen Katastrophe.
Islamische Hardliner sowie mehrere Geistliche im Iran machen den «unislamischen» Lebensstil vieler Bürger, insbesondere in der Millionenmetropole Teheran, für die Trockenheit verantwortlich. «Zweifellos wirkt sich das Sündigen der Menschen auch auf die Verringerung göttlicher Gaben wie Regen aus», erklärte der Abgeordnete Kamran Ghasanfari. Vor allem Frauen ohne Kopftuch würden eine Mitschuld tragen.
Da die meisten Staudämme ausgetrocknet sind, wächst die Panik in der Bevölkerung. Die Regierung sieht sich daher gezwungen, drastische Schritte zu ergreifen. So will das Energieministerium in Teheran und weiteren Regionen die Wasserversorgung abends bis zum nächsten Morgen – etwa elf Stunden – abstellen. Präsident Massud Peseschkian brachte sogar eine Evakuierung der Hauptstadt ins Spiel, doch diese Möglichkeit wird innerhalb der Regierung als kaum realistisch eingeschätzt.
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