Italienische Ermittler entdecken Mafioso bei Google Street View

dpa

5.1.2022 - 23:55

Die italienische Polizei hat bei Razzien in diversen Städten des Landes der Mafia-Organisation 'Ndrangheta einen schweren Schlag versetzt. Die Ermittlungen betrafen auch Italiener, die in der Schweiz wohnen. (Archivbild)
Der italienischen Polizei ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen. (Archivbild)
Bild: Keystone

Spektakuläre Festnahme in Italien: Auch mithilfe von Google Street View hat die Polizei einen Mafiaboss ausfindig gemacht, der seit 20 Jahren auf der Flucht war.

dpa

5.1.2022 - 23:55

Italienische Fahnder haben einen sizilianischen Mafiaboss vor seiner Festnahme im Dezember auch dank des Internet-Kartendienstes von Google ausfindig gemacht. Die Ermittler hatten ihn auf einer Abbildung aus der spanischen Kleinstadt Galapagar entdeckt, die ihn vor einem Obst- und Gemüsestand zeigte, wie ein Sprecher der Anti-Mafia-Polizei Dia am Mittwoch auf Nachfrage erklärte.

Die Ermittler hatten den gesuchten Kriminellen nach zwei Jahren Ermittlungsarbeit in dem Ort nahe Madrid vermutet. Am 17. Dezember griffen die spanischen Behörden zu.



Unweit des Geschäfts befand sich ein Restaurant, das sizilianische Küche als Highlight anbot – ein Hinweis für die Beamten. In den sozialen Medien postete das Lokal der Zeitung «La Repubblica» zufolge ein Foto des Kochs. An einer Narbe am Kinn erkannten die Ermittler, dass es sich um den Gesuchten handelte. Damit konnten sie schliesslich die verpixelte Person auf der Google-Street-View-Abbildung identifizieren.

Mafiaboss floh 2002 aus einem Hochsicherheitsgefängnis

Der Mafioso war zuvor fast 20 Jahre auf der Flucht und wegen Mafiavereinigung, Mord und Drogenhandels gesucht worden. In Italien erwartet ihn nun eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er gehörte zur sizilianischen Mafia Stidda, einer Gegenorganisation zur bekannteren Cosa Nostra.

Die Justiz hatte den Boss schon zeitweise hinter Gitter gebracht. Im Jahr 2002 floh er allerdings während Dreharbeiten aus dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Rebibbia in Rom.

Dass ihn die Polizei schliesslich in Spanien fand, überraschte ihn wohl. Dem Polizei-Sprecher zufolge gab er an, zehn Jahre lang nicht mit seiner Familie telefoniert zu haben.

dpa