Aufgetauchte E-Mails zeigenJeffrey Epstein liess sich junge Frau aus der Schweiz einfliegen
Oliver Kohlmaier
6.12.2025
Der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein mit seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell, die jetzt eine lange Haftstrafe verbüsst.
IMAGO/ZUMA Wire (Archivbild)
Neues Datenleck im Fall Jeffrey Epstein: Der verstorbene Sexualstraftäter hat einer jungen Ballerina aus Genf offenbar Leben und Ausbildung bezahlt – und sie in die USA einfliegen lassen.
Redaktion blue News
06.12.2025, 20:41
07.12.2025, 09:28
Oliver Kohlmaier
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Aufgetauchte E-Mails zeigen, dass sich der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eine junge Frau aus der Schweiz einfliegen liess.
Epstein hielt regen E-Mail-Kontakt mit der Ballerina aus Genf und unterstützte sie finanziell.
Der Milliardär verstarb 2019 in seiner Gefängniszelle in New York. Wie umfangreiche Ermittlungen zeigten, unterhielt Epstein ein weltweites Netzwerk, das ihn immer wieder junge Frauen zuführte.
Das Netzwerk des steinreichen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein war riesig und weltumspannend. Ständig wurden ihm neue junge Frauen zugeführt. Er machte sie finanziell abhängig und beutete sie sexuell aus, wie umfangreiche Ermittlungen zeigen.
Epstein pflegte auch verschiedene Verbindungen in die Schweiz, wie schon zuvor bekannt wurde. Doch jetzt aufgetauchte E-Mails zeigen erstmals: Der Milliardär liess sich aus der Schweiz eine junge Frau einfliegen. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf einen Datensatz der Whistleblowerorganisation Distributed Denial of Service, bestehend aus E-Mails und weiteren Dokumenten.
Demnach hielt Epstein über mehrere Jahre regen Kontakt zu einer jungen Frau aus Genf, die er immer wieder finanziell unterstützte. «Ich werde immer für dich da sein», schrieb er ihr etwa in einer E-Mail. In diesem Zeitraum wurde erstmals gegen Epstein ermittelt.
Der zugespielte Datensatz enthält dabei auch eine Excel-Tabelle, in der zahlreiche finanzielle Zuwendungen an die junge Ballerina aufgelistet sind, erstmals im Oktober 2004, als sie 18 Jahre alt war.
Wie es in dem Bericht weiter heisst, kommt der Kontakt zustande, als die junge Frau als Tänzerin durchstarten will. Rund ein Jahr nach der ersten Zahlung von von Epstein fliegt sie nach Miami in eine der vielen Residenzen des Milliardärs. Nach der Rückkehr in die Schweiz bedankt sie sich in einer E-Mail an Epstein und bittet um weitere Unterstützung. Sie wolle eine private Tanzschule in Genf besuchen.
Er schreibt ihr: «Das ist gut. Ich werde dir mit der Finanzierung helfen. Du solltest deinen Traum verwirklichen.» Zwischenzeitlich wurde Epstein unter anderem wegen des Verdachts auf Vermittlung einer Minderjährigen zur Prostitution verhaftet, jedoch auf Kaution freigelassen. Nach der nächsten Reise richtet Epstein ihr eine Kreditkarte mit einem Limit von 5000 Dollar ein. Dem Bericht zufolge reist sie noch mindestens ein weiteres Mal über den Atlantik, um Zeit mit Epstein zu verbringen.
Die letzte Nachricht des Milliardärs an die junge Frau folgt nach seiner Verurteilung. «Am Montag starte ich für ein Jahr im Gefängnis» schreibt er ihr und fügt hinzu: «Ich werde immer für dich da sein».
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