Erdbeben in Myanmar Kind und Frau nach 60 Stunden gerettet – hunderte Personen weiterhin vermisst

SDA

31.3.2025 - 07:58

Das Erdbeben am Freitag hatte eine Stärke von 7,7.
Das Erdbeben am Freitag hatte eine Stärke von 7,7.
Aung Shine Oo/AP/dpa

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar haben chinesische Rettungskräfte mehrere Menschen lebend aus den Trümmern geborgen – darunter ein kleines Kind und eine schwangere Frau. Noch werden Hunderte vermisst.

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Keystone-SDA, Samuel Walder

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  • Nach dem Erdbeben in Myanmar konnten fünf Verschüttete, darunter ein Kind und eine schwangere Frau nach 60 Stunden, lebend aus den Trümmern gerettet werden.
  • Das Beben der Stärke 7,7 forderte mindestens 1.700 Todesopfer und liess vor allem in Mandalay und Sagaing zahlreiche Gebäude einstürzen.
  • Laut Junta werden weiterhin rund 300 Menschen vermisst, während Rettungsteams, darunter auch chinesische Einsatzkräfte, im Einsatz sind.

Rund 60 Stunden nach dem schweren Erdbeben in Myanmar haben Rettungskräfte drei Verschüttete aus den Trümmern gerettet, darunter ein fünfjähriges Kind.

Zudem seien eine schwangere Frau und eine 29-Jährige, die unter dem eingestürzten Hochhaus «Sky Villa Condo» in der Stadt Mandalay begraben lagen, von chinesischen Einsatzkräften lebend gerettet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Myanmar Now unter Berufung auf die chinesische Botschaft in Myanmar.

Noch immer Hunderte Vermisste

Die Vermissten seien am frühen Morgen (Ortszeit) entdeckt worden, hiess es. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

In dem Bürgerkriegsland werden nach Angaben der regierenden Junta noch immer rund 300 Menschen vermisst. Mindestens 1.700 sind gestorben. Das Beben der Stärke 7,7 hatte vor allem in Mandalay und der Region Sagaing viele Gebäude zum Einsturz gebracht.

Leichengeruch breitet sich in Myanmar aus

Drei Tage nach dem schweren Erdbeben von Myanmar mit Auswirkungen auf das benachbarte Thailand dauern die Rettungs- und Sucharbeiten in beiden Ländern an.

Vor allem im Krisenland Myanmar, wo eine brutale Militärjunta regiert und der Informationsfluss schwierig ist, ist die Situation unübersichtlich. Am Morgen gab es im Staatsfernsehen zunächst keine neuen Zahlen zu Todesopfern und Vermissten.

Keine internationalen Medien zugelassen

Die Hilfsorganisation Save the Children berichtete, dass viele Familien aus Angst vor Nachbeben in Klöstern und auf Fussballfeldern Zuflucht gesucht hätten. Zahlreiche beschädigte Strassen und die unterbrochenen Kommunikationsleitungen erschwerten derweil die Hilfsmassnahmen. Gleichzeitig habe die Junta, die sich Anfang 2021 an die Macht geputscht hatte, internationalen Medien den Zugang zum Katastrophengebiet untersagt, schrieb die Nachrichtenagentur Mynamar Now unter Berufung auf den General General Zaw Min Htun.

Lokale Medien berichteten, dass in der besonders schwer betroffenen Region Sagaing Anwohner selbst nach Vermissten suchten, weil die Rettungskräfte nicht zu ihnen durchkämen. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Mizzima News sind noch immer viele Menschen in eingestürzten Klöstern eingeschlossen. Gleichzeitig liege in dem Gebiet ein schlimmer Leichengeruch in der Luft, hiess es.

Zeit in Bangkok läuft aus

In Bangkok suchen Rettungskräfte derweil in einem eingestürzten Rohbau weiter fieberhaft nach knapp 80 Vermissten. Die Teams sind mit Baggern und Spürhunden im Einsatz. Angehörige warteten verzweifelt vor dem Schuttberg, der von dem rund 30-stöckigen Hochhaus noch übrig ist. Die 72 Stunden, die Verschüttete normalerweise ohne Nahrung und Wasser auskommen können, sind bald erreicht.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde zuletzt ein weiterer Toter aus den Trümmern geborgen. Damit liegt die Gesamttodeszahl in der thailändischen Hauptstadt nun bei 18.

Beben auch nahe Tonga

Auch nahe dem Inselstaat Tonga im Südpazifik wurde ein schweres Erdbeben gemeldet. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Erdstösse vom frühen Montagmorgen (Ortszeit) mit 7,0 an. Demnach lag das Zentrum 73 Kilometer von der Stadt Pangai entfernt in einer Tiefe von 29 Kilometern.

Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Der Sender Radio New Zealand schrieb, es habe sich um das heftigste Beben in Tonga seit zehn Jahren gehandelt. Zudem gab es mehrere starke Nachbeben. Eine ursprüngliche Tsunami-Warnung wurde aber wieder aufgehoben.