ParlamentKKJP fordert Übernahme von Gesetzeskosten durch Bund – oder Veto
sda
26.7.2023 - 05:20
Die Kantone stemmen sich angesichts über 100'000 pendenter Strafverfahren gegen die Gesetzesflut aus Bern. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und –direktoren (KKJPD) forderte nun, dass der Bund die Folgekosten neuer Gesetze übernimmt. (Symbolbild)
Keystone
Die Kantone stemmen sich angesichts über 100'000 pendenter Strafverfahren gegen die Gesetzesflut aus Bern. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und –direktoren (KKJPD) forderte nun, dass der Bund die Folgekosten neuer Gesetze übernimmt.
Keystone-SDA, sda
26.07.2023, 05:20
26.07.2023, 05:21
SDA
«Und wenn nicht, müssten die Kantone ein Vetorecht haben», sagte der Sekretär KKJPD-Strafrechtskommission, Benjamin Brägger, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit den Tamedia-Titeln. «Die Kantone sind kaum mehr in der Lage, den schnellen Rhythmus der Gesetzgebung des Bundesparlaments im Vollzug der Strafverfahren umzusetzen.» Der Pendenzenberg bei den Strafverfahren drohe noch mehr anzuwachsen und die Justiz an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
«Heute will man jeden sozialen Missstand mit dem Strafrecht lösen», so Brägger. «Das ist aber das falsche Mittel. Soziale Probleme muss man mit Sozialhilfe, Sozialarbeit und Bildung angehen.» Das Strafrecht sollte letztes Mittel bleiben. «Stattdessen wird oft strafrechtliche Symbolpolitik betrieben. Parlamentarier glauben, dass sich mit einem Gesetz ein Problem lösen lässt. Dabei denken sie kaum an den Gesetzesvollzug, der sehr aufwendig und kostspielig ist.»
Strafrecht als Wahlkampfthema
Aber die Parteien hätten schon länger das Strafrecht als politisches Thema entdeckt, sagte Brägger. Damit könne auch Wahlkampf betrieben werden. «Parlamentarier denken kaum an die grossen personellen und finanziellen Aufwände, die es braucht, um ein Gesetz zu vollziehen.»
Neue Phänomene wie Cyberkriminalität gelte es natürlich zu regeln, so Brägger. «Aber darüber hinaus werden eben auch Zeitgeistphänomene unter Strafe gestellt, weil dies politisch opportun erscheint.» So hätten selbst Fachleute Mühe, heute den Überblick zu bewahren. «In den letzten zehn Jahren wurde das Strafgesetzbuch gut 50-mal revidiert – also durchschnittlich mehr als fünfmal pro Jahr.» Dabei sollte eben genau der Rechtsbereich Strafrecht für alle verständlich sein, da sich alle Bürgerinnen und Bürger danach richten sollen.
Brandtragödie in Crans-Montana: Suche nach Ursache
Nach der Brandtragödie in der Silvesternacht im Nobel-Skiort Crans-Montana sind am Freitag viele Fragen offen. Politiker, Staatsanwältin und Polizei bringen ihre Erschütterung zum Ausdruck.
09.01.2026
Berlin im Dunkeln: Südwesten startet ohne Strom in die Woche
Tausende Menschen müssen am 5. Januar 2026 weiter ohne Heizung und Strom in die Woche starten – bei Schnee und eisigen Aussentemperaturen. Nach dem grossen Stromausfall wegen eines Brandanschlags bleiben mehrere Schulen geschlossen.
06.01.2026
Notaufnahme am Limit: Dutzende Böller-Verletzte in Berlin
In der Silvesternacht kommen die Krankenhäuser in Deutschland regelmässig an ihre Grenzen – so auch das Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn. O-Ton Stefanie Kerstens, Radiologie Assistentin: «In der Silvesternacht jetzt haben wir immer viele Böllerverletzungen und unter anderem sieht man es ja, hier ist schon ein starkes Ausmass an der Verletzung, da fehlt schon sämtliche Finger, sowas sieht man öfters.»
01.01.2026
Brandtragödie in Crans-Montana: Suche nach Ursache
Berlin im Dunkeln: Südwesten startet ohne Strom in die Woche
Notaufnahme am Limit: Dutzende Böller-Verletzte in Berlin