Europaweites Netzwerk Kriminelle sollen giftige Asche als Grillkohle verkauft haben

Gabriela Beck

19.5.2026

Aus belasteter Asche wurden der Polizei zufolge Grillbriketts, Düngemittel und Zusatzstoffe für Tierfutter und Beton hergestellt.
Aus belasteter Asche wurden der Polizei zufolge Grillbriketts, Düngemittel und Zusatzstoffe für Tierfutter und Beton hergestellt.
IMAGO/Sabine Gudath

Ermittler haben in Italien ein europaweites Netzwerk zerschlagen, das offenbar giftige Industrieasche als Grillkohle und Dünger verkauft hat. Die Vorwürfe wiegen schwer – sogar Behördenmitarbeiter sollen bei der Vertuschung geholfen haben.

Agence France-Presse

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  • Die italienische Polizei hat eine europaweit aktive Gruppe ausgehoben, die giftige Industrieasche als Grillbriketts und Dünger verkauft haben soll.
  • Zwölf Menschen wurden festgenommen, zudem stehen Behördenmitarbeitende im Verdacht, die Machenschaften gedeckt zu haben.

Die Polizei in Italien hat eine europaweit aktive kriminelle Gruppe ausgehoben, die giftige Asche aus der Industrie unter anderem als Grillkohlebriketts und Dünger verkauft haben soll. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurden die vermeintlich harmlosen Produkte in Serbien und Kroatien hergestellt und in Deutschland und Österreich auf den Markt gebracht, wo sie in der Landwirtschaft eingesetzt wurden.

Nach jahrelangen Ermittlungen wurden nun zwölf Menschen festgenommen und ein Betrieb in Südtirol geschlossen, wie die Polizei weiter mitteilte. Gegen sechs weitere Verdächtige und drei Firmen wurde ermittelt.

Die giftige Asche stammte den Angaben zufolge aus der Pyrovergasung, einem Verfahren, bei dem organische Abfälle wie Holz in einer sauerstofffreien Umgebung stark erhitzt werden, um sie in Gas umzuwandeln. Die dabei entstehende Asche enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Gesamte Lieferkette unter Kontrolle

Aus der belasteten Asche wurden der Polizei zufolge Grillbriketts, Düngemittel und Zusatzstoffe für Tierfutter und Beton hergestellt. Für deren Vertrieb sei ein ganzes Netzwerk an Unternehmen in mehreren europäischen Ländern gegründet worden, um die gesamte Lieferkette unter Kontrolle zu haben. Zwei daran beteiligte italienische Unternehmen hätten einen «illegalen Gewinn in Höhe von mehreren hunderttausend Euro» gemacht.

Der zuständige Ermittlungsrichter an einem Gericht in Trient warf ausserdem Beamten des Umweltamts im norditalienischen Bozen vor, mit der kriminellen Gruppe unter einer Decke zu stecken. Die Behörde habe eine «wesentliche Rolle» bei der Vertuschung der Vorgänge gespielt.

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