Diese Medikamente wirken bereits gegen Covid-19

SDA/dpa/uri

15.10.2021 - 16:53

ARCHIV - 20.04.2021, Berlin: Intensivpfleger Rüdiger Piske arbeitet auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel Berlin an einer an Covid-19 erkrankten Patientin. Neben den nachweislich sehr wirksamen Impfstoffen arbeiten Pharmaunternehmen weltweit an der Entwicklung von Medikamenten gegen eine Covid-19-Erkrankung. Arzneimittel gegen schwere Verläufe gelten als weiterer Baustein in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. (zu dpa «Medikamente gegen Covid-19 - ein Ausblick») Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Covid-Patient in einem Intensivbett im Spital. Bisher gilt eine Impfung als bester Schutz gegen die Erkrankung. Immerhin macht die Wissenschaft aber auch Fortschritte bei den Medikamenten. (Symbolbild)
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Die Wunderpille gegen das Coronavirus existiert noch nicht. Einige Mittel zeigen jedoch bei bestimmten Verlaufsformen der Krankheit gute Wirkung – und andere Wirkstoffe machen Hoffnung. Ein Überblick. 

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15.10.2021 - 16:53

Neben den nachweislich sehr wirksamen Impfstoffen arbeiten Pharmaunternehmen weltweit an der Entwicklung von Medikamenten gegen eine Covid-19-Erkrankung.

Arzneimittel gegen schwere Verläufe gelten als weiterer Baustein in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Damit könnten zum Beispiel auch Menschen geschützt werden, die bisher keine Impfung erhalten haben oder konnten.

Spezifisches Medikament fehlt weiter

Ein für alle Patienten zugelassenes Mittel, das speziell das Coronavirus bekämpft, fehlt weiterhin. Ärzte greifen stattdessen zu erprobten Arzneien, die je nach Verlauf einer Covid-19-Erkrankung bei bestimmten Komplikationen schützen.



Oft bekommen Patienten im Spital etwa Blutverdünner – denn Covid-19 erhöht die Gefahr von Thrombosen, Infarkten und Schlaganfällen. Zudem sollen Antibiotika gegen zusätzlich auftretende bakterielle Infektionen schützen.

WHO spricht sich gegen einzig zugelassenes Mittel aus

In der Schweiz gibt es mit Veklury (Remdesivir) ein befristet zugelassenes Corona-Medikament. Das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel soll verhindern, dass sich Sars-CoV-2 in den Zellen vermehrt. Doch mittlerweile spricht sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen eine Behandlung mit Veklury aus. 

ARCHIV - 30.04.2021, Belgien, Aalst: Ein Fläschen des Medikaments Remdesivir wird bei dem Logistikunternehmen Movianto für den Transport nach Indien vorbereitet. Neben den nachweislich sehr wirksamen Impfstoffen arbeiten Pharmaunternehmen weltweit an der Entwicklung von Medikamenten gegen eine Covid-19-Erkrankung. Arzneimittel gegen schwere Verläufe gelten als weiterer Baustein in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. (zu dpa «Medikamente gegen Covid-19 - ein Ausblick») Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Fläschen des Medikaments Remdesivir, das in der Schweiz für den Einsatz bei Covid-Patienten zugelassen ist. 
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Dexamethason soll Immunreaktion unterdrücken

Das Medikament Dexamethason wird in einigen Ländern schon länger auch ohne generelle offizielle Zulassung als Arznei gegen Covid bei der stationären Corona-Therapie eingesetzt. Das entzündungshemmende Mittel soll bei Corona-Patienten auf der Intensivstation eine überschiessende Immunreaktion bremsen, die bei Covid-19 häufig auftritt.

Hoffnung liegt auf Antikörper-Präparaten

Acht Medikamente zur Covid-Therapie befinden sich derzeit bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA auf verschiedenen Stufen im Zulassungsverfahren – darunter Antikörper-Präparate, die in mehreren Ländern bereits bei mildem Krankheitsverlauf im Einsatz sind.

In speziellen Fällen eingesetzt wird  auch in der Schweiz etwa bereits eine Kombination der monoklonalen Antikörper Casirivimab und Imdevimab (Handelsname Regn-CoV2) von Regeneron und Roche. Dieser Cocktail ist das erste Medikament, das die WHO zur Vorbeugung gegen schwere Verläufe bei Patienten mit milden Symptomen aber mit Risikofaktoren empfiehlt.



Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen. Die EMA prüft weiter vier Medikamente dieser Gruppe, die recht teuer sind.

Der prominente deutsche Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte in seinem Corona-Podcast, dass eine Verabreichung monoklonaler Antikörper indes «fast immer schon zu spät» sei. Nämlich dann, wenn sich das Virus im Körper bereits stark vermehrt habe. Bei einem durchschnittlichen Patienten sei das im Wesentlichen schon zu Symptombeginn der Fall.

Weitere Mittel stehen in den Startlöchern

In jüngsten Tests mit dem Antikörper-Cocktail AZD7442 (anderer Name: Evusheld) von Astrazeneca zeigte sich in einer klinischen Studie: Das Risiko, symptomatisch an Covid-19 zu erkranken, konnte mit der Kombination um 77 Prozent verringert werden. Am 14. Oktober begann die EMA mit einem Prüfverfahren zur Zulassung.

Kürzlich machte auch die ursprünglich gegen die Grippe entwickelte Pille Molnupiravir des US-Konzerns Merck Schlagzeilen, die ähnlich wie Remdesivir die Ausbreitung des Coronavirus in den Körperzellen verringern soll. Einer klinischen Studie zufolge reduziert sie die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe. Merck wollte schnellstmöglich weltweit Zulassungsanträge stellen.

Kein Nutzen von Ivermectin und Hydroxychloroquin nachgewiesen

Umstritten ist der Einsatz des Anti-Wurmmittels Ivermectin. Jüngst zeigte eine übergreifende Analyse von mehreren Studien keinerlei Hinweis auf eine Wirksamkeit. Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnte, die Einnahme höherer Dosen sei «gefährlich». Auch die Malaria-Medikamente Hydroxychloroquin und Chloroquin stellten sich als wirkungslos heraus.

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