Mehrere Tote nach Überfall auf Moscheen

15.3.2019 - 04:58, SDA/dpa/kru

In Neuseeland ist es zu einem bewaffneten Angriff auf Moscheen gekommen. Mehrere Personen wurden getötet. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Die Polizei gibt noch keine Entwarnung.

Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es nach Angaben der Polizei mehrere Tote gegeben. Ein Polizeisprecher bestätigte am Freitag «verschiedene Todesfälle». Genauere Zahlen nannte er allerdings nicht. Nach neuseeländischen Medienberichten wurden mindestens neun Menschen getötet.

Der Polizei zufolge wurden vier Personen festgenommen - drei Männer und eine Frau. Polizeisprecher Mike Bush sagte am Freitag zur aktuellen Lage: «Lassen Sie uns nicht so tun, als ob es keine Gefahr mehr gibt.» Bush liess offen, ob die Polizei die Angriffe als terroristische Tat einstuft.

Die Schüsse fielen der Polizei zufolge in zwei verschiedenen Moscheen der Stadt mit 350'000 Einwohnern auf der Südinsel des Pazifikstaats.

Nach Augenzeugenberichten handelt es sich bei dem Täter um einen weissen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Die Polizei sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer «sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen». Zugleich appellierte sie an die Bevölkerung, zuhause zu bleiben.

Ganze Stadt abgeriegelt

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinta Ardern spricht von einem der dunkelsten Tage für das Land. Sie könne die Zahl der Toten nicht beziffern, aber die Bilder zeigten, dass dies ein ernsthafter Vorfall sei. Sie kündigte an, noch am Freitag selbst nach Christchurch zu fliegen.

Die Stadt riegelte wegen der unklaren Lage alle staatlichen Gebäude ab. Neben Schulen wurden auch das Rathaus, die städtische Bücherei und Museen geschlossen. Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die 350'000 Einwohner, die Innenstadt zu meiden. Dalziel sagte: «Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.»

Im Internet wurde ein Video des mutmasslichen Täters während der Tat verbreitet. Darauf sind Waffen, zahlreiche verletzte Menschen sowie Personen am Boden zu sehen.

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