Drei Tote geborgen Menschen nach Zugunglück in Bayern weiter vermisst 

dpa

4.6.2022 - 10:13

Nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen werden noch immer Menschen vermisst, die Bergung gestaltet sich schwierig. Und über all dem steht die grosse Frage nach dem Warum.

4.6.2022 - 10:13

Update, 12 Uhr: Nach Polizeiangaben sind inzwischen drei Tote geborgen worden. Ein weiteres Opfer war am Freitag auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Unter den Opfern befanden sich offenbar keine Kinder.

Tote, Vermisste, dutzende Verletzte: Einen Tag nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen suchen die Einsatzkräfte noch immer nach Vermissten und kämpfen mit den Tücken einer schwierigen Bergung.

Die Polizei sprach am Samstag von einer «einstelligen Zahl» Vermisster. Drei der vier bisher bestätigten Toten konnten den Angaben zufolge noch nicht geborgen werden. Es sei auch nicht auszuschliessen, dass sich unter den umgekippten Waggons noch weitere Opfer befinden könnten.

Die Rettungskräfte gehen von 40 Verletzten und drei Schwerverletzten aus. Das sagte ein Polizeisprecher an der Unfallstelle. Am Vortag war noch von etwa 15 Schwerverletzten die Rede gewesen.  Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Zwei Versuche, die Waggons anzuheben, scheiterten. Dabei seien auch Hebekissen zum Einsatz gekommen.

Die Waggons seien «verdreht und verwunden», sagte der Polizeisprecher. «Das macht die Bergung so schwierig.» Helfen sollte ein schwerer Bergekran, der bis zu 120 Tonnen heben kann und am Vormittag an der Unfallstelle erwartet wurde. «Man muss Schritt für Schritt vorgehen», sagte der Sprecher.

Ursache noch immer ungeklärt

Zur Unfallursache gab es auch am Samstag zunächst keine neuen Erkenntnisse. Der Zugführer wurde nach Polizeiangaben zwar vernommen. Was er gesagt hat, teilte die Polizei allerdings nicht mit.

Sicher sei bislang nur, dass ein Zusammenstoss mit einem anderen Fahrzeug ausgeschlossen werden könne. «Wir ermitteln in alle Richtungen», sagte der Sprecher. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hatte dem Bayerischen Rundfunk am Freitagabend gesagt, er vermute eine technische Ursache.

Die Strecke war nach Angaben eines Bahnsprechers mit elektronischen Stellwerken und moderner Sicherungstechnik ausgerüstet. Am Freitagmittag waren mehrere Waggons der Regionalbahn auf dem Weg nach München im Ortsteil Burgrain entgleist. Mehrere Doppelstock-Wagen des Zugs kippten um, rutschen eine Böschung hinab und bleiben direkt neben einer Bundesstrasse liegen.

Von den etwa 140 Menschen im Zug starben mindestens vier, unter der Verletzten waren auch Kinder. Einige Opfer erlitten schwerste Verletzungen und mussten notoperiert werden. Es war eines der schwersten Bahnunglücke der vergangenen Jahre in Deutschland.

dpa