Mutter und Baby von Bär getötet

tali

29.11.2018 - 12:27

In Yukon starben eine Mutter und ihr Baby höchstwahrscheinlich nach einer Bärenattacke.
Getty Images/Archiv

Im kanadischen Territorium Yukon macht ein Familienvater eine grausige Entdeckung: Seine Partnerin und ihr Baby sind unweit ihrer Hütte getötet worden – wahrscheinlich von einem Bären.

Sie wollte ihre Elternzeit in der kleinen Wildhütte verbringen, die sie und ihr Partner seit drei Jahren in jeder freien Minute besuchten. Doch der Traum, ihrer Tochter schon früh die Schönheit der Natur zu zeigen, nahm für eine Lehrerin aus Quebec ein grauenvolles Ende: Am Montag fand Trapper Gjermund Roesholt seine Partnerin Valérie Théorêt und ihre gemeinsame Tochter Adele tot vor ihrer Hütte in der Wildnis von Yukon. Anscheinend wurden die 37-Jährige und das zehn Monate alte Baby von einem Bär attackiert.

«Wie es aussieht, wollten die beiden gerade spazieren gehen, als es geschah», sagte die lokale Gerichtsmedizinerin Heather Jones dem kanadischen Rundfunk CBC. Sie geht davon aus, dass der Angriff zwischen 10 und 15 Uhr erfolgte. Gegen 15 Uhr kehrte Gjermund Roesholt von seinem Fallensteig zurück und wurde rund 100 Meter vor seiner Hütte von einem Grizzlybär angegriffen. Nachdem er den Bären erschossen hatte, fand er die leblosen Körper seiner Partnerin und seiner Tochter.

Erfahrene Trapper

«Es ist ein Schock, wir sind alle am Boden zerstört», erklärt ein Freund der Familie, der Valérie Théorêt und Gjermund Roesholt als «begeisterte Outdoor-Menschen» beschreibt: «Sie waren so gut auf alles vorbereitet, wie man nur sein kann, da bin ich 100-prozentig sicher.» Brian Melanson, ein Trapper, der seinen Fallensteig ganz in der Nähe hatte, bestätigt: «Das sind kompetente Buschleute, es lag nicht an mangelnder Erfahrung.»



«Wir alle gehen raus in die Wildnis»

Obwohl der Wintereinbruch kurz bevor steht, seien die Bären in dieser Gegend noch nicht in Winterruhe gegangen, weiss er: «In der letzten Saison haben wir noch Mitte Dezember Bärenspuren gefunden. Wenn der Herbst mild ist, streifen sie noch durch die Wälder.»

Für die kleine Gemeinde Mayo, in der rund 200 Menschen ein ähnliches Leben führen wie das junge Paar, sei der Tod von Valérie und Adele ein schwerer Schlag. «Das geht jedem hier an die Nieren. Wir alle gehen raus in die Wildnis und nehmen unsere Frauen und Kinder mit, um dort zu leben», meint Melanson. Doch zunächst gelte es, dem hinterbliebenen Gjermund Roesholt zu helfen. «Er wird jede Menge Unterstützung brauchen. Von allen.»

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