Mordverdacht im Fall FabianVerhaftete Frau beteuerte ihre Unschuld: «Habe ihn geliebt wie mein eigenes Kind»
SDA
7.11.2025 - 09:23
Nach zahlreichen Hinweisen bei «Aktenzeichen XY» durchsuchte die Polizei am Donnerstag mehrere Objekte in Reimershagen und im Nachbarort Rum Kogel.
Keystone
Knapp vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus dem nordostdeutschen Güstrow hat die Polizei eine Tatverdächtige festgenommen. Dabei soll es sich um die Ex-Freundin des Vaters handeln.
Knapp vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus dem deutschen Güstrow wurde eine Frau unter dringendem Mordverdacht festgenommen.
Die verhaftete Tatverdächtige soll die Ex-Freundin von Fabians Vater sein.
Die Leiche des Jungen war Mitte Oktober gefunden worden.
Knapp vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus dem nordostdeutschen Güstrow ist ein Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen eine Frau ergangen.
Dieser sei bereits vollstreckt worden, teilte Staatsanwalt Harald Nowack am Donnerstag in Rostock mit. Die Frau stehe im Verdacht, den Jungen umgebracht zu haben. Nähere Angaben zu der Tatverdächtigen machte Nowack nicht.
Gemäss «RTL» handelt es sich bei der festgenommenen Tatverdächtigen hingegen um die Ex-Freundin von Fabians Vater. Bereits am Donnerstag wurde bekannt, dass ihr Haus von der Polizei durchsucht und ihr Geländewagen abgeschleppt worden ist.
Jetzt ist die Frau in Untersuchungshaft. Die Beschuldigte habe keine Angaben zur Sache gemacht und komme nun in eine Justizvollzugsanstalt, sagte Staatsanwalt Nowack am Freitag, nachdem der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) ihr den bereits erlassenen Haftbefehl verkündet hatte.
«Verstehe nicht, wieso ich jetzt im Fokus bin»
Schon in den Wochen zuvor wurde das Auto der Frau auf Spuren untersucht. Damals sagte sie im Interview mit «RTL»: «Ich versteh’ gar nicht, wieso ich jetzt im Fokus bin. Ich habe bei der Polizei mein Handy abgegeben, mein Auto wurde untersucht, ich hab’ alles freiwillig gemacht und kooperiert. Das würde ich wohl nicht machen, wenn ich etwas damit zu tun hätte.»
Die Frau hatte die Leiche des Buben nach eigenen Angaben per Zufall im Wald gefunden. Die 29-Jährige erklärte damals: «Ich war mit meiner Freundin, weil es ihr nicht gut ging, im Wald spazieren. Ich habe damit nichts zu tun.» Fabian sei wie ein eigenes Kind für sie. «Ich war vier Jahre lang seine ‹Ziehmama› sozusagen. Ich habe ihn geliebt wie mein eigenes Kind und hätte dem kleinen Mann niemals etwas angetan.»
Kuscheltiere und Kerzen zum Gedenken an Fabian.
Bernd Wüstneck/dpa
Fabians Mutter äusserte damals allerdings öffentlich Zweifel: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie da rein zufällig spazieren war – warum dort? Sie hat doch einen Wald vor der Tür. Warum findet ausgerechnet sie mein Kind? Da stimmt doch was nicht.» Immerhin sei der Fundort rund 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt.
Noch dauern die Ermittlungen an. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Zahlreiche Durchsuchungen am Donnerstag
Die Leiche des vermissten Kindes war Mitte Oktober nach mehrtägiger Suche rund 15 Kilometer südlich von Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt worden. Die Obduktion hatte laut Staatsanwaltschaft ergeben, dass der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. Den Ermittlungen zufolge wurde Fabian bereits am Tag seines Verschwindens, dem 10. Oktober, getötet.
Nach wochenlangen Ermittlungen ohne greifbare Ergebnisse hatte am Mittwochabend auch die ZDF-Fernsehsendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» über den Fall berichtet. Danach seien 33 Hinweise eingegangen, deren Wertigkeit noch geprüft werde. «Die Durchsuchungsmassnahmen und auch die Festnahme heute hatten nicht mit der Sendung gestern zu tun», sagte Nowack in seinem kurzen Statement in Rostock.
Am frühen Donnerstagmorgen durchsuchten Polizeibeamte mehrere Objekte in der Region. Dabei habe es sich um Objekte mehrerer Personen in Reimershagen im Landkreis Rostock sowie um ein Objekt im benachbarten Rum Kogel gehandelt, sagte eine Polizeisprecherin. In Reimershagen hatte es im Zusammenhang mit dem Tod des Jungen schon vorher Durchsuchungen gegeben, auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs.
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