Drama von Genua Neues Video vom Einsturz der Morandi-Brücke freigegeben

phi

2.7.2019

Das neue Video des Unglücks.

Gerade erst sind die Reste inklusive zwei Pfeiler der Morandi-Brücke gesprengt worden, da wird ein Video freigegeben, das den Einsturz in Genua aus einer neuen, geradezu unheimlichen Perspektive zeigt.

Der 14. August 2018 wird in Genua so schnell nicht in Vergessenheit geraten: 43 Menschen verloren ihr Leben, als die Morandi-Brücke gegen Mittag auf einer Länge von 250 Metern zusammenbrach und drei Lastwagen sowie 30 bis 35 PKW mit in die Tiefe gerissen wurden. Erst am vergangenen Freitag wurden die beiden noch stehenden Hauptpylonen des Bauwerks gesprengt.

Wer Schuld an dem Unglück hat, wird immer noch untersucht. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hatte in einem ersten Gutachten im Dezember 2018 mangelnde Wartung als Ursache verantwortlich gemacht: Die Stahlseile am 9. Pfeiler seien im Durchschnitt zur Hälfte verrostet gewesen. Tatsächlich warnten Experten schon vor Jahrzehnten vor der Gefahr durch oxidierendes Metall.

In einem Video der Überwachungskamera, das die Staatsanwaltschaft Genua nun freigegeben hat, wird das Unglück aus der Nähe gezeigt. Der Clip scheint das Empa-Ergebnis zu bestätigen, denn zu sehen ist dort, wie erst ein Kabel reisst, bevor der ganze Pylon einknickt und einen Lastwagen mit sich zieht. Zuvor gibt es eine Windböe, die zusammen mit dem Regen den Einsturz begünstigt hat. Die Blitze, die zu sehen sind, dürften abgetrennte Stromleitungen verursacht haben.

Bilder des Dramas von Genua:

Der Betreiber der Brücke indes sieht in dem Video keinen Hinweis auf die Unglücksursache. Autostrade per l’Italia kritisierte, dass das Video wesentliche Komponenten der Brücke nicht zeige, meldet die Nachrichtenagentur «Ansa». Das Unternehmen wolle aber weiter mit den Behörden kooperieren, um die Gründe für die Tragödie zu ermitteln.

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