Terrorverdächtiger flieht aus Haft

ny, sda

19.4.2021 - 13:09

Muslim devotees wearing protective face mask as a precaution against the spread of the coronavirus COVID-19 as they attend for the first pray during the reopening of the Geneva Mosque, also known as the Petit-Saconnex Mosque, amid the ongoing pandemic of the coronavirus COVID-19, in Geneva, Switzerland, Monday, June 1, 2020. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Gebet in einer Moschee in der Schweiz: Der heute 19-jährige Flüchtige, soll Anschläge auf Muslime geplant haben. (Symbolbild)
Bild: Keystone

In der Ostschweiz ist ein 19-Jähriger aus einem Massnahmenzentrum geflohen. Er war verhaftet worden, weil er einen Anschlag auf eine Moschee geplant haben soll.  

ny, sda

19.4.2021 - 13:09

Ein Jugendlicher aus der Ostschweiz soll 2019 einen Anschlag auf eine Moschee geplant haben. Aufgrund seiner Äusserungen in sozialen Medien wurde er verhaftet. Inzwischen ist der mutmassliche Rechtsterrorist aus einem Massnahmenzentrum geflüchtet.

Zum Fall, über den der «Tages-Anzeiger» am Montag berichtete, wollte der zuständige Leitende Staatsanwalt von Appenzell Ausserrhoden, Christian Bötschi, auf Anfrage nichts sagen. Das Jugendstrafverfahren sei nicht öffentlich. Der Betroffene sei international zur Verhaftung ausgeschrieben, bestätigte Bötschi der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Laut «Tages-Anzeiger» soll der 19-jährige Schweizer nach den Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch vom März 2019, bei denen ein Neonazi 51 Muslime ermordete, in den sozialen Medien Ausschnitte aus dem Video des Attentäters hochgeladen haben. Irgendwann wolle er das Gleiche in der Schweiz tun, schrieb er dazu.

Zutaten für Sprengstoff bestellt

Später soll er bei einer Online-Drogerie 7,5 Kilogramm Substanzen, bestellt haben, um Sprengstoff herzustellen. Die Drogerie wurde dem Bericht zufolge misstrauisch, blockierte die Bestellung und meldete sie dem Bundesamt für Polizei (Fedpol). Die Kantonspolizei verhaftete den Jugendlichen, liess ihn aber nach kurzer Zeit wieder frei.

Als er laut «Tages-Anzeiger» in Chatforen weiter extremistische Äusserungen postete, wurde er ein zweites Mal verhaftet und in ein Massnahmenzentrum eingewiesen. Von dort soll er vor einigen Monaten geflüchtet sein. Er könnte sich ins Herkunftsland seiner Familie auf dem Balkan abgesetzt haben.