Wie lassen sich Geldtransporter vor Gangstern schützen?

SDA/gbi

3.12.2019 - 14:09

Polizisten begutachten am Tag nach dem Überfall den ausgebrannten Geldtransporter nahe Daillens VD. 
Source: Keystone/Laurent Gillieron

Nach dem Rauüberfall auf einen Geldtransport bei Daillens VD fehlt von den Tätern jede Spur. Die Post beobachtet die Überfallserie mit Sorge, ein Polizeisprecher fordert schärfere Sicherheitsmassnahmen.

Bei den Untersuchung zum spektakulären Raubüberfall vom Montagabend gebe es keine neuen Erkenntnisse, sagte der Waadtländer Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel. Die Täter seien nach wie vor auf der Flucht.

Aus seiner Sicht müssten Geldtransporte für Überfälle unattraktiver gemacht werden. Er plädiert dafür, dass vollumfänglich gepanzerte, schwere Fahrzeuge für solche Transporte eingesetzt werden. Ferner sollte die transportierte Geldmenge limitiert werden.

Zudem sollte ein Mechanismus eingeführt werden, der die im Innern der Fahrzeuge transportierten Wertsachen bei einem Überfall automatisch zerstört. Derzeit würden entsprechende Diskussionen mit den Gesellschaften, die solche Geldtransporte durchführten, stattfinden.

Überfallserie bereitet der Post Sorgen

Bei dem in der Waadt überfallenen Geldtransporter handelte es sich um ein Fahrzeug von SecurePost, einer Tochtergesellschaft der schweizerischen Post. Das bestätgite Post-Sprecherin Lea Wertheimer der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. 

23. August 2019: Geldtransporter auf A1 überfallen

Für die Post habe die Sicherheit ihrer Angestellten absolute Priorität. Deshalb würden die Sicherheitsmassnahmen ständig überprüft und abgeklärt, ob sie noch den höchsten Ansprüchen genügten. Das gelte auch mit Blick auf die aktuelle Häufung von Raubüberfällen auf Geldtransporte in der Westschweiz. Die Post stehe dabei in ständigem Kontakt mit der Polizei und dem eigenen Sicherheitsdienst.

Tatsächlich kommt es in der Waadt seit einigen Monaten zu bewaffneten Überfälle auf Geldtransporte. Letztmals hatte sich am 23. August in La Sarraz VD ein ähnlicher Fall ereignet.

Zahl der Täter nach wie vor unbekannt

Der Geldtransport am Montagabend war gegen 19.40 Uhr in der Nähe des Dorfes Daillens VD verübt worden. Der Geldtransporter sei durch zwei Fahrzeuge, einen Lieferwagen und einen Personenwagen, zum Anhalten gezwungen worden, erklärte die Polizei. Unter Waffengewalt seien die Insassen aufgefordert worden, das Fahrzeug zu verlassen. Sie blieben unverletzt.

Die Täter, deren Zahl nach wie vor unbekannt ist, hätten den Geldtransporter schliesslich aufgesprengt, um an die Wertsachen im Innern heranzukommen. Zum Umfang der Beute wurden keine Angaben gemacht. Nach dem Überfall hätten die Täter die drei Fahrzeuge in Brand gesteckt und seien vermutlich mit schwarzen Fahrzeugen geflüchtet.

Gemäss einem Augenzeugen fand der Überfall nur gerade 50 Meter von den nächstgelegenen Wohnhäusern auf der Zufahrtsstrasse zum Logistikzentrum der Post statt. Im ganzen Dorf sei die Explosion gehört worden, sagte der Augenzeuge der Nachrichtenagentur Keystone-SDA weiter.

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