Tauchunglück auf den Malediven Rettungstaucher stirbt bei Versuch der Leichenbergung

Gabriela Beck

16.5.2026

Mitglieder der Seenotrettung der Nationalen Verteidigungsstreitkräfte der Malediven (MNDF) während der Such- und Bergungsaktion im Vaavu-Atoll, Malediven, am 16. Mai 2026.
Mitglieder der Seenotrettung der Nationalen Verteidigungsstreitkräfte der Malediven (MNDF) während der Such- und Bergungsaktion im Vaavu-Atoll, Malediven, am 16. Mai 2026.
KEYSTONE/SOPHIA NASIF

Ein wissenschaftlicher Tauchgang endet in einer Tragödie: Fünf erfahrene italienische Taucher ertrinken in Unterwasserhöhlen der Malediven. Die Hinweise verdichten sich auf dramatische Minuten in der Tiefe, ein Rettungstaucher kommt ums Leben.

Agence France-Presse

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  • Bei einem Tauchgang in den Unterwasserhöhlen des Vaavu-Atolls auf den Malediven kamen fünf italienische Taucher ums Leben.
  • Bisher konnten Rettungskräfte lediglich den toten Tauchlehrer Gianluca Benedetti bergen, dessen Sauerstoffflasche leer war.
  • Die Gruppe tauchte offenbar bis 60 Meter tief, obwohl auf den Malediven nur 30 Meter erlaubt sind.

Nach dem Tod von fünf italienischen Passagieren eines Luxusboots bei einem Tauchunfall auf den Malediven haben die Behörden die Betriebslizenz des Schiffs ausgesetzt. Die Erlaubnis der «MV Duke of York» werde bis zum Abschluss der Ermittlungen zu dem Unfall vom Donnerstag im Vaavu-Atoll auf unbestimmte Zeit suspendiert, erklärte das Tourismus- und Luftfahrtministerium des Inselstaats am Samstag.

Die fünf Italiener waren am Donnerstag von einem Höhlentauchgang in grosser Tiefe nicht zurückgekehrt. Das italienische Aussenministerium hatte am Donnerstagabend ihren Tod bestätigt. Bei den Opfern handelt es sich um die Meeresökologin Monica Montefalcone, ihre Tochter Giorgia Sommacal, den Tauchlehrer Gianluca Benedetti sowie die Forscher Muriel Oddenino und Federico Gualtieri. Die Gruppe war im Rahmen einer wissenschaftlichen Mission unterwegs.

Tauchgang in 60 Meter Tiefe

Der Regierungssprecher der Malediven, Mohamed Hussain Shareef, erklärte, es werde untersucht, warum die Gruppe unterhalb der offiziell erlaubten Tiefe von 30 Metern getaucht sei. Die Leiche des Tauchlehrers wurde den Angaben zufolge in einer Höhle in 60 Metern Tiefe gefunden. Seine Tauchflasche war leer.

Die Ermittler gehen daher davon aus, dass die Gruppe in den engen Höhlen die Orientierung verlor und den Ausgang nicht mehr rechtzeitig fand. Zudem halten sie es für möglich, dass starke Strömungen die Taucher in der Tiefe festsetzten. Die Bedingungen in den Höhlen gelten als sehr gefährlich. Die Opfer galten allesamt als erfahrene Taucher. Die Suche nach den vier übrigen Italienern dauerte am Samstag den dritten Tag an.

Rettungstaucher stirbt bei Suche

Nun ist auch ein Rettungstaucher, der an der Suche beteiligt war, während des Einsatzes ums Leben gekommen. Stabsfeldwebel Mohamed M.* wurde nach einem Tauchgang im Rahmen der Such- und Rettungsaktion in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, wo er später seinen Verletzungen erlag, teilte ein Regierungssprecher am Samstag der BBC mit.

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