Überraschender Trend Rücksichtsloses Fahren meist schuld an E-Scooter-Unfällen

SDA

28.3.2025 - 05:33

Bei E-Trottinetten kommt es laut Forschenden häufiger zu seltsamen Fahrweisen als bei anderen Verkehrsmitteln. (Archivbild)
Bei E-Trottinetten kommt es laut Forschenden häufiger zu seltsamen Fahrweisen als bei anderen Verkehrsmitteln. (Archivbild)
Bild: Keystone/dpa/Christian Charisius

Wer seine Hand vom Lenker des E-Scooters nimmt oder mit anderen durch die Gegend düst, erhöht sein Unfallrisiko einer schwedischen Untersuchung zufolge beträchtlich. Ein Trend überrascht die Forscher.

Keystone-SDA

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das einhändige Fahren, Fahrten in der Gruppe sowie Touren mit dem Smartphone in der Hand gehören zu den grössten Risikofaktoren beim E-Scooter-Fahren.
  • Zu diesem und anderen Schlüssen kommt eine neue Studie.
  • Unfälle mit E-Scootern werden demnach meistens vom unvorsichtigen Verhalten der beteiligten Fahrer verursacht. 

Unfälle mit E-Scootern werden einer Studie zufolge meistens vom unvorsichtigen Verhalten der beteiligten Fahrer verursacht. Wie Forscher der Chalmers University of Technology in Göteborg in einer neuen Studie berichten, zählen das einhändige Fahren, Fahrten in der Gruppe sowie Touren mit dem Smartphone in der Hand zu den grössten Risikofaktoren.

Die Wissenschaftler zeigten sich ausserdem überrascht über Fahrer, die absichtlich Unfälle oder gefährliche Situationen verursachten. Dieses Phänomen lasse sich ganz spezifisch bei E-Scootern beobachten, heisst es in der Studie, für die Daten von fast 7000 Fahrten mit Leih-Scootern in Göteborg ausgewertet wurden. Wer den Roller nicht selbst besitze, mache sich vermutlich weniger Gedanken über die Unfallfolgen.

E-Scooter haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Grossstädte in Europa erobert und sich als alternatives Verkehrsmittel gerade für kurze Strecken etabliert. Der anfängliche Boom ging mit viel Kritik an der Sicherheit und Unklarheiten über die Rahmenbedingungen einher, wo und wie die elektrischen Tretroller gefahren werden dürfen.

Riskante Vergnügungsfahrten

Man müsse verstehen, dass E-Scooter nicht nur den Mobilitätsbedarf in Städten decken, sondern auch einfach zum Vergnügen gefahren werden, erklärte einer der Autoren der Studie, Marco Dozza. «Leider ist klar, dass Freizeitfahrten in einigen Fällen zu gefährlichen Verhaltensweisen führen, die das Unfallrisiko erhöhen.» Bei E-Scooter-Fahrern komme es deutlich häufiger zu seltsamen und gefährlichen Fahrweisen als bei anderen Verkehrsteilnehmern.

Die Studie macht aber auch klar, dass die überwiegende Mehrheit der Scooter-Fahrer kein riskantes Verhalten an den Tag legt. Finanziert worden ist die Untersuchung von der schwedischen Verkehrsbehörde.

Mehr E-Scooter – mehr Unfälle

Mittlerweile sausen in Deutschland neben den Rollern verschiedener Leihfirmen auch immer mehr private E-Scooter durch die Strassen: Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gab es 2023 rund 780'000 der versicherungspflichtigen Fahrzeuge im Land, was einem Anstieg um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Die Zahl der Leih-Scooter stieg um neun Prozent auf 210'000.

Die grössere Zahl an Fahrzeugen bedeutet auch mehr Verkehrsunfälle: Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Verletzten von 8443 in 2022 auf 9439 in 2023. Generell ist das aber weiterhin nur ein geringer Anteil am gesamten Unfallgeschehen.

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