Schweizer in Marokko nach Mord an Rucksacktouristinnen verurteilt

uri, mit Material von SDA

12.4.2019

Trauer in Kopenhagen: Die beiden Touristinnen aus Skandinavien waren im Atlas-Gebirge ermordet worden.
Bild: Keystone/dpa

Ein Genfer ist im Zusammenhang mit der Enthauptung von zwei Touristinnen aus Skandinavien in Marokko zu 10 Jahren Haft verurteilt worden.

Bei dem 33-Jährigen handelt es sich um einen von zwei Schweizern, die im Zusammenhang mit der Ermordung von zwei Studentinnen aus Norwegen und Dänemark im Atlasgebirge Ende des letzten Jahres verhaftet wurden.

Wie RTS berichtet, wurde der Genfer von einem Gericht in Rabat, Marokko, zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er einer terroristischen Vereinigung angehören soll und die Tötung der zwei Studentinnen nicht gemeldet habe.



Die Verurteilung des Mannes wurde RTS von einem Anwalt seiner Familie bestätigt. Im Gegensatz zum zweiten in diesem Fall in Marokko verhafteten Schweizer, hatte der nun Verurteilte erklärt, dass er die Täter, die die Frauen enthauptet hatten, nicht gekannt habe. Er gab jedoch zu, Kontakte zu IS-Terroristen gehabt zu haben. Aufgrund dieser Aussage wurde er nun wegen Komplizenschaft verurteilt.

Die beiden skandinavischen Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember 2018 enthauptet worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin wurden am 17. Dezember in einer einsamen Gegend im Atlas-Gebirges gefunden.

Bisher wurden etwa 20 Personen in Verbindung mit der Tat festgenommen. Die vier Hauptverdächtigen wurden in Marrakesch gefasst: Die Männer hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen. Offenbar hatten sie aber keinen direkten Kontakt zur Führung der sunnitischen Fanatiker in Syrien und im Irak.

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