Spur der Zerstörung Schwerer Taifun «Kalmaegi» richtet schwere Schäden in Vietnam an – Chaos auf den Philippinen

dpa

7.11.2025 - 06:16

Erst die Philippinen, jetzt Vietnam: Taifun «Kalmaegi» hinterlässt eine Spur der Zerstörung – Tote, Überschwemmungen, Stromausfälle. Und schon nähert sich ein neuer Sturm.

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  • Der heftige Taifun «Kalmaegi» ist von den Philippinen nach Vietnam weitergezogen – und hat auch dort schwere Schäden angerichtet.
  • Mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen und rund 2600 Häuser beschädigt worden, teilte die Regierung mit.
  • Auf den Philippinen, wo «Kalmaegi» in den vergangenen Tagen schwere Verwüstungen angerichtet hat, stieg die Zahl der Todesopfer derweil auf 188.
  • Derweil bewegt sich ein neuer Tropensturm auf die Philippinen zu: «Fung-Wong» hat sich weiter verstärkt und zieht auf die nördlichen Inselgruppen zu.

Der heftige Taifun «Kalmaegi» ist von den Philippinen nach Vietnam weitergezogen – und hat auch dort schwere Schäden angerichtet. Mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen und rund 2600 Häuser beschädigt worden, teilte die Regierung mit. Mehr als eine halbe Million Menschen waren vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Besonders schwer betroffen war die südliche Küstenregion Binh Dinh.

Es kam zu weitflächigen Stromausfällen, Bäume wurden entwurzelt, zudem wurden viele Flüge gestrichen. Auch Bahnlinien waren betroffen. Die Behörden hatten die Bevölkerung aufgefordert, möglichst in den Häusern zu bleiben. 

Der Taifun hat sich mittlerweile deutlich abgeschwächt. Jedoch sagten Meteorologen auch für die kommenden Tage heftige Regenfälle und mögliche Überschwemmungen voraus. Es war der 13. Sturm, der in diesem Jahr das südostasiatische Land traf.

Zahl der Toten auf den Philippinen steigt

Auf den Philippinen, wo «Kalmaegi» in den vergangenen Tagen schwere Verwüstungen angerichtet hat, stieg die Zahl der Todesopfer derweil auf 188. Mehr als 130 Menschen würden noch vermisst, rund 90 seien verletzt worden, teilte der Katastrophenschutz mit. Insgesamt sind mehr als 2,2 Millionen Menschen in 32 Provinzen des Inselstaates betroffen. 

Zu Wochenbeginn war teilweise in einer Nacht so viel Regen gefallen, wie sonst in einem Monat. Es handelt sich um eine der schlimmsten Flutkatastrophen der vergangenen Jahre – viele Menschen haben in Schlamm und Wassermassen alles verloren. Präsident Ferdinand Marcos Jr. liess den nationalen Katastrophenzustand ausrufen, um schnellen Zugriff auf Notfallgelder zu sichern.

Derweil bewegt sich ein neuer Tropensturm auf die Philippinen zu: «Fung-Wong» habe sich weiter verstärkt und ziehe auf die nördlichen Inselgruppen zu, teilte der Wetterdienst Pagasa mit. Bis Samstag könnte der Sturm Taifunstärke erreichen und sich bis zum Sonntagmorgen zu einem Supertaifun entwickeln – einem besonders starken und gefährlichen tropischen Wirbelsturm.

Taifun «Kalmaegi» verwüstet Teile der Philippinen

Taifun «Kalmaegi» verwüstet Teile der Philippinen

STORY: Die Drohnenaufnahmen zeigen die Zerstörung, die der jüngste, der 20. Taifun auf den Philippinen hinterlassen hat. Der Sturm namens «Kalmaegi», lokal auch «Tino» genannt, traf am Dienstag auf die zentralen Philippinen, überschwemmte Städte in der Provinz Cebu und forderte Dutzende Todesopfer, mindestens 66 sollen es inzwischen sein. In dem wichtigen Touristenzentrum zeigte sich nach dem Rückzug des Wassers das Ausmass der Verwüstung: zerstörte Häuser und Fahrzeuge, Trümmer überall. Hier in Talisay City versuchten die Menschen am Tag danach, in den schlammigen Überresten ihrer Häuser zu retten, was noch zu retten war. Unter ihnen auch diese 52-Jährige. Sie berichtete vom schnellen Anstieg des Wassers, der ihre Familie zwang, aus ihrem Haus am Flussufer zu fliehen.  O-Ton Mely Saberon / Einwohnerin: «Wir haben kein Zuhause mehr. Wir konnten nichts aus unserem Haus retten. Wir hatten nicht mit den heftigen Regenfällen und dem starken Wind gerechnet. Wir haben schon viele Taifune erlebt, aber dieser war anders. Unsere Häuser sind weg.» Trotz des kaputten Hauses zeigte sie sich dankbar, dass alle Familienmitglieder überlebt haben. Doch die Sorge um die Zukunft wiegt schwer.  «Seit wir hier leben, seit 2013, müssen wir erstmals solche Schmerzen erleben. Es tut mir in der Brust weh zu wissen, dass unser Haus weg ist.» Mehr als 200.000 Menschen waren in der betroffenen Region im Vorfeld aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Die Folgen des Taifuns, darunter auch Stromausfälle, treffen die Menschen auf den Philippinen nur etwas mehr als einen Monat, nachdem ein Erdbeben der Stärke 6,9 den Norden von Cebu erschütterte. Dabei kamen Dutzende Menschen ums Leben, Tausende wurden obdachlos. Der aktuelle Sturm verstärkte sich leicht, als er über das Südchinesische Meer Richtung Vietnam weiterzog. Dort wird er am Freitag erwartet, die Vorbereitungen laufen.

05.11.2025