Nach Tod von Teenager Erneute Strassenschlacht in Lausanne – sieben Personen festgenommen

SDA

26.8.2025 - 04:55

Nach dem Tod eines 17-Jährigen ist es am Montagabend in Lausanne erneut zu Krawallen gekommen. Vermummte Jugendliche lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Die Polizei nahm sieben Personen fest.

Keystone-SDA

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  • Nach dem Tod eines 17-Jährigen kam es am Montagabend in Lausanne erneut zu Krawallen.
  • Jugendliche lieferten sich in mehreren Quartieren Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.
  • Verletzte gab es laut der Polizei keine, sieben Personen wurden festgenommen.
  • Der Teenager war bei der Flucht vor der Polizei am frühen Sonntagmorgen ums Leben gekommen.

Die Polizei hat bei erneuten Ausschreitungen in Lausanne am Montagabend sieben Personen festgenommen. Jugendliche lieferten sich in mehreren Quartieren Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Verletzte gab es laut der Polizei keine.

Nach Ausschreitungen am Sonntagabend eskalierte die Situation am Montag im Quartier Prélaz kurz nach 22.00 Uhr erneut. Feuerwerkskörper wurden in Richtung der Polizei geworfen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort beobachtete. Die Einsatzkräfte reagierten mit einem Wasserwerfer und Tränengas.

Zwischen 150 und 200 Personen, einige von ihnen vermummt, errichteten Blockaden mit brennenden Containern und Mülltonnen, wie die Kantonspolizei Waadt am frühen Dienstagmorgen mitteilte.

Krawalle in Lausanne: Am Montagabend brennen auf der Avenue de Morges Container.
Krawalle in Lausanne: Am Montagabend brennen auf der Avenue de Morges Container.
Bild: Keystone/Cyril Zingaro

Gegen 22.50 Uhr zündeten demnach andere Jugendliche im Viertel Boveresses/Praz-Séchaud Container an und beschädigten einen Bus der Lausanner Verkehrsbetriebe TL. Die TL werde Strafanzeige wegen Sachbeschädigung einreichen. Die Situation in diesem Quartier beruhigte sich laut der Mitteilung der Kantonspolizei schnell wieder. In Prélaz sei kurz nach Mitternacht wieder Ruhe eingekehrt.

Gummischrot und Tränengas

Während ihres Einsatzes habe sich die Polizei erneut mit der Aggressivität von Randalierenden konfrontiert gesehen, schrieb die Waadtländer Kantonspolizei. Diese seien besser vorbereitet und ebenso entschlossen wie am Vortag gewesen.

Die Polizei habe vier Schüsse mit Gummiprismen und 54 Schüsse mit Tränengasgranaten abgegeben. Das Tanklöschfahrzeug der Kantonspolizei sei eingesetzt worden, um die Demonstrierenden zu zerstreuen. Die Einsatzkräfte seien unter anderem mit Steinen, Bauzäunen, Molotowcocktails und pyrotechnischen Gegenständen beworfen worden. Die Feuerwehr stand laut Communiqué unter Polizeischutz im Einsatz. Sie dämmte demnach etwa zehn Brandherde ein. Die Stadtverwaltung von Lausanne rief zur Ruhe auf.

Zweiter Abend in Folge

Bereits am Sonntagabend war eine Versammlung von rund 100 Jugendlichen in Prélaz eskaliert, wie die Kantonspolizei Waadt daraufhin mitteilte. Müllcontainer wurden angezündet, ein Bus beschädigt und Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Die Kantonspolizei ging davon aus, dass sich die Jugendlichen vermutlich versammelt hatten, nachdem sie vom Tod eines 17-jährigen Rollerfahrers erfahren hatten.

Der Jugendliche war am frühen Sonntagmorgen bei einem Rollerunfall in Lausanne ums Leben gekommen. Er war auf der Flucht vor einer Polizeipatrouille heftig gegen eine Mauer geprallt. Der Roller war als gestohlen gemeldet, wie die Waadtländer Kantonspolizei mitteilte. Ein Polizeiauto sei dem 17-jährigen Schweizer mit Wohnsitz in Lausanne mit Blaulicht mit einer Entfernung von mehr als hundert Metern gefolgt.

Bereits Anfang Juni hatte sich in Lausanne ein ähnlicher Fall ereignet: Eine 14-Jährige war mit einem Motorrad schwer gestürzt, als sie sich einer Polizeikontrolle entziehen wollte. Die Jugendliche wurde schwer verletzt ins Lausanner Universitätsspital CHUV gebracht, wo sie ihren Verletzungen in der Folge erlag.