Autos ausgebremst

Smog in Neu Delhi – als würde man täglich 33 Zigaretten rauchen

AP, phi

4.11.2019

Da stockt einem der Atem: in Neu Delhi mussten die Schulen schliessen, weil der Smog in der Metropole Überhand genommen hat

Angesichts einer anhaltend schweren Luftverschmutzung hat die Stadtregierung der 20 Millionen Einwohner zählenden indischen Metropole Neu Delhi den Autoverkehr eingeschränkt. Vorläufig dürfen im Wechsel nur Autos mit geraden oder ungeraden Nummernschildern in der Hauptstadt fahren, ordnete sie an. Damit würden täglich rund 1,2 Millionen Fahrzeuge aus dem Verkehr genommen.

In Indien wacht eine Aufsichtsbehörde über die Luftqualität. Die Luftverschmutzung hat in jüngsten Messungen den Wert 436 auf dem Luftqualitätsindex erreicht – das Neunfache des empfohlenen Grenzwerts. Es ist, als würde man täglich 33,2 Zigaretten rauchen, meldet der australische Ableger des US-Senders «ABC».

Einwohner sind von dem abwechselnden Fahrverbot, das ein Projekt der Neu Delhi regierenden Partei Aadmi ist, nicht überzeugt. «Ich denke nicht, dass dieses Gerade-Ungerade-Schema etwas bringt», sagte der Einwohner Ajay Jasra. Die Luftverschmutzung komme doch zum grössten Teil von der Industrie und dem in Indien üblichen Abflammen abgeernteter Felder. Der Rauch davon ziehe von den Unionsländern Punjab und Haryana bis in die Metropolregion.

Dazu komme Müllverbrennung in der Stadt und, da gerade das indische Lichterfest war, eine erhebliche zusätzliche Belastung durch das Abbrennen von Feuerwerk, plus Staub von Bautätigkeiten.

Inder protestieren am 4. November in Neu Delhi gegen die Luftverschmutzung.

Smog häuft sich in der kalten Jahreszeit in Indien. Vor einem Jahr postierte die Stadtverwaltung Neu Delhis Feuerwehrleute auf Hochhäusern, um von dort die Strassen mit Wasser besprengen zu lassen. Damit sollten Müllfeuer gelöscht und Staub gebunden werden. Baustellen mussten mit Plastikplanen abgedeckt werden.

Bilder des Tages

Zurück zur Startseite