Livestream geht viral: So werden Klapperschlangen plötzlich sympathisch
Vom gefürchteten Tier zum Internetstar. Das Projekt RattleCam will das Image von Schlangen aufbessern und zeigt die Reptilien im Livestream so nahbar wie nie zuvor.
13.11.2025
Vom gefürchteten Tier zum Internetstar. Das Projekt RattleCam will das Image von Schlangen aufbessern und zeigt die Reptilien im Livestream so nahbar wie nie zuvor.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Ein Forschungsteam in den USA gründet das Projekt RattleCam, um das angeschlagene Image von Schlangen aufzubessern.
- In einem Livestream wird gezeigt, wie hunderte von Klapperschlangen zusammen Überwintern und im Frühling ihre Jungen gebären.
- Die Videos gingen plötzlich viral und User gaben den Tieren sogar Namen.
- Mittlerweile gibt es eine Kamera in Kalifornien und eine in Colorado. 2026 soll eine dritte Kamera in Pennsylvania aufgestellt werden.
Bilder wie in diesem Livestream sieht man sonst selten: Hunderte von Klapperschlangen liegen neben- und übereinander in der Sonne und kleine Babyschlangen surfen auf den Körpern der Erwachsenen. Schlangen sind viel sozialer als häufig angenommen wird.
Besagte Klapperschlangen versammeln sich jeweils, um gemeinsam zu überwintern. Und im Frühling gebären sie zusammen ihre Jungen. Lebend. Sie legen nämlich keine Eier im Gegensatz zu vielen anderen Arten.
Besseres Image durch mehr Wissen
Je mehr wir über diese Tiere erfahren, desto weniger fürchten wir sie. Und vielleicht fühlen wir uns sogar etwas verbundener mit ihnen. Das ist der Ansatz des Projekts RattleCam, das 2020 von der Biologin Emily Taylor und dem Herpetologen Scott Boback aus den USA ins Leben gerufen wurde.
Das negative Bild einer Schlange in der Gesellschaft sollte aufgebrochen werden. Dafür stellte das Forschungsteam eine Kamera bei einer Rookery (Geburtskolonie) in Kalifornien auf, damit man die Schlangen ungestört beobachten kann. Per Livestream wurden die Aufnahmen im Internet übertragen.
Schlangen wecken Mitgefühl und gehen viral
Die Streams zeigten Schlangen beim Sonnenbad, bei der Häutung, beim Gebären oder beim Verteidigen des Reviers. 2024 wurde eine zweite Kamera in Colorado installiert. Die Aufnahmen fanden grossen Anklang bei den Usern. Videos auf Youtube wurden über 4,4 Millionen Mal aufgerufen.
Die Zuschauenden gaben den Tieren Namen, fieberten mit und meldeten Beobachtungen. Viele Kommentare deuten darauf hin, dass sich die Meinung vieler über Schlangen zum positiven veränderte. Das bestätigen die Ergebnisse einer Studie, die das Fachmagazins «Frontiers in Amphibian and Reptile Science» veröffentlichte.
Für 2026 ist eine dritte Kamera in Pennsylvania geplant. Zudem arbeiten die Verantwortlichen daran, Schulprogramme zu entwickeln und die Community noch stärker in die wissenschaftliche Arbeit einzubinden.
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