Solothurner Künstler Schang Hutter ist gestorben

trm, sda

17.6.2021 - 07:52

Portrait of Jean Albert «Schang» Hutter, artist, taken in his studio in Attiswil, in the Canton of Aargau, Switzerland, on July 17, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Jean Albert «Schang» Hutter, Kuenstler, portraitiert am 17. Juli 2018 in seinem Atelier in Attiswil, Kanton Aargau. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Schang Hutter 2018 in seinem Atelier im Aargau.
KEYSTONE

Der Solothurner Künstler Schang Hutter ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Seine Kunst war geprägt von seinen Begegnungen im Nachkriegsdeutschland.

trm, sda

17.6.2021 - 07:52

Der Solothurner Künstler Schang Hutter ist am Montag 86-jährig gestorben. Der Künstler wollte mit seinen Figuren zeigen, was die Menschen wegen der Menschen aushalten müssen. Der Tod Hutters war der Donnerstagsausgabe der «Solothurner Zeitung» zu entnehmen. In der Todesanzeige hiess es, Hutter sei nach einer schweren Krankheit verstorben.

Geboren wurde Jean Albert Hutter am 11. August 1934 in Solothurn. Als junger Künstler reiste er nach München in der Hoffnung, schöne Frauen zu modellieren. Die Hoffnung erwies sich als nicht realisierbar. Denn häufiger als auf schöne Frauen stiess Hutter auf gebrochene Menschen, die ihm furchtbare Kriegserlebnisse schildern.

ZUM TOD VON BILDHAUER UND KUENSTLER SCHANG HUTTER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG - Schang Hutter waehrend dem Aufbau der Jubilaeumsausstellung zum 80. Geburtstag Schang Hutters am Mittwoch, 18. Juni 2014 im Tramdepot Burgenrnziel in Bern. Die Jubilaeumsausstellung
Schang Hutter beim Aufbau einer Ausstellung zu seinem 80. Geburtstag im Tramdepot Burgernziel in Bern.
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In München lebte Hutter bis 1961, die künstlerische Bewältigung dieser Jahre setzte nach seiner Rückkehr nach Solothurn ein. Sein «Sterbender Häftling» (1964–1972) gilt als ein wichtiges Denkmal für die Opfer der Konzentrationslager. Geschaffen hat es Hutter nach einer Fotografie eines ausgemergelten Mannes, «der auf die Befreier zukroch und starb, kurz bevor er sie erreichte».

Zahlreiche Preise

Hutters politische Kunst ist einem stark ausgeprägten Humanismus verpflichtet. Sein Werk ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit Stipendien des Freistaates Bayern und des polnischen Staates, dem Förderpreis und Kunstpreis des Kantons Solothurn und mit dem Preis der Stiftung für die grafische Kunst in der Schweiz.

Der ehemalige Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät sagte einst über das Werk des Solothurners, dieses sei «seit den Anfängen geprägt von der existentiellen Erfahrung, dass der Mensch vom Menschen bedroht, verletzt, gefoltert, geknechtet wird».

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