Bürgermeister ist «fassungslos» Beamter soll eine Million aus Parkuhr gestohlen haben – in Münzen

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25.11.2025 - 14:54

In Bayern soll ein Staatsbeamter Geld von Parkautomaten entwendet haben (Symbolbild).
In Bayern soll ein Staatsbeamter Geld von Parkautomaten entwendet haben (Symbolbild).
KEYSTONE

Ein städtischer Angestellter im Allgäu steht im Verdacht, über eine Million Euro aus Parkautomaten entwendet zu haben. Die Ermittlungen erschüttern die Stadtverwaltung.

Carlotta Henggeler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Stadtmitarbeiter aus Kempten (Allgäu) soll über Jahre hinweg rund eine Million Euro aus Parkautomaten gestohlen haben.
  • Die Ermittlungen wurden durch einen Geldwäscheverdacht ausgelöst, beide Verdächtigen – der Mann und seine Ehefrau – sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
  • Kemptens Oberbürgermeister reagierte bestürzt und kündigte umfassende organisatorische Massnahmen zur Aufklärung und Prävention an.

Ein Mitarbeiter der Stadt Kempten – im Süden Bayerns – soll über Jahre hinweg Münzgeld in Millionenhöhe aus Parkautomaten gestohlen haben. Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben gegen den Mann und seine Ehefrau Haftbefehl wegen Diebstahls und Beihilfe in 720 Fällen erlassen. Beide befinden sich seit Montag in Untersuchungshaft, berichtet «Focus.de». Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Fall kam ins Rollen, als eine Bank wegen Geldwäscheverdachts Meldung machte. Die Staatsanwaltschaft Kempten wurde im Oktober darüber informiert, dass auf mehreren Konten regelmässig Bargeld eingezahlt wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen wird vermutet, dass der Angestellte bei der Leerung der Parkscheinautomaten regelmässig Münzgeld entwendete. Dieses Geld soll er auf Konten eingezahlt haben, die auch seiner Frau zugänglich waren. Die Ermittler schätzen, dass der Stadt dadurch mehr als eine Million Euro entgangen ist.

Oberbürgermeister Kiechle: «Ich bin fassungslos»

Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle zeigte sich «fassungslos und bestürzt» über die Vorwürfe. Im Zuge der Ermittlungen wurden am Montag auch Arbeitsräume der Stadt durchsucht.

«Ich unterstütze selbstverständlich die rückhaltlose Aufklärung der Tatvorwürfe durch Staatsanwaltschaft und Polizei», erklärte der CSU-Politiker. «Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt zwar die Unschuldsvermutung; ich werde jedoch umgehend konkrete arbeitsrechtliche und organisatorische Massnahmen ergreifen, um Arbeitsabläufe der Vergangenheit zu überprüfen, mögliche Schwachstellen aufzudecken und für die Zukunft zuverlässig abzustellen. Dafür habe ich heute mit sofortiger Wirkung eine Kommission eingesetzt.»