AktuellStierhatz in Spanien: Archaische Tradition mit Todes-Kick
SDA
8.7.2023 - 12:49
dpatopbilder - Männer treiben Kampfstiere von Jose Escolar Gil am zweiten Tag des Stiertreibens während des «Sanfermines»-Festes durch die Gassen des Ortes. Auch bei der zweiten Stierhatz während des diesjährigen «Sanfermines»-Festes sind am Samstagmorgen in Pamplona im Norden Spaniens mehrere Menschen verletzt worden. Foto: Alvaro Barrientos/AP
Keystone
Mit verstauchtem Finger und einer Beule am Knie ist Patxi Ibáñez noch einmal glimpflich davongekommen. Bei der ersten Stierhatz des diesjährigen «Sanfermines»-Fests im nordspanischen Pamplona ist der 50-Jährige zu Boden gegangen. Er hat ebenso wie weitere fünf Verletzte Glück gehabt: Keiner der bis zu 600 Kilogramm schweren Bullen ist auf ihn getreten oder hat ihn gar mit seinen spitzen langen Hörnern aufgespiesst. Auch die zweite Hatz am Samstag verlief relativ glimpflich, mehrere Läufer kamen mit Prellungen, einer mit einem Ratscher am Arm – vermutlich durch ein Horn -, ins Krankenhaus, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Der Tod aber läuft immer mit, wenn Tausende meist junge Männer sechs Kampfstiere zur örtlichen Stierkampfarena treiben. Seit 1924 gab es 16 Todesopfer, das letzte 2009. Jedes Jahr werden Dutzende Läufer zum Teil schwer verletzt.
Keystone-SDA
08.07.2023, 12:49
SDA
Aber für die Teilnehmer, die bei der wilden Jagd durch die Gassen versuchen, die Stiere an den Hörnern zu berühren oder ihnen einen Klaps auf den muskulösen Körper zu geben, ist es eine einzige grosse Mutprobe. Tatsächlich muss man wohl sogar etwas übermütig sein, um vor, zwischen und neben angriffslustigen Bullen auf Tuchfühlung durch enge Strassen zu rennen.
Angefeuert werden die vorwiegend typisch ganz in Weiss gekleideten Läufer mit ihren roten Halstüchern dabei von Zehntausenden Zuschauern, die oft schon von Rotwein und Sangría beschwipst sind. Sozusagen ein kollektiver Adrenalinrausch, ein Ausbruch aus dem Alltag mit Vollkasko-Mentalität und dem traditionellen Männerbild im Umbruch.
Das staatliche Fernsehen RTVE und andere Sender übertrugen die erste Stierhatz schon am Freitagmorgen live. Es gibt zudem Sondersendungen, die zum Teil mehrere Stunden dauern. Die Details jedes Laufs, von denen es bis nächsten Freitag insgesamt acht gibt, werden ausführlich diskutiert, fast so wie bei Fussballspielen. Welcher Stier an welcher Häuserecke besonders gefährlich war, welcher Läufer wo in Bedrängnis geraten ist, sich geschickt im letzten Augenblick in Sicherheit gebracht hat – oder eben auch von einem Stier überrannt wurde.
Bei jeder Hatz werden je sechs Stiere eines Zuchtbetriebes geführt von zahmen Ochsen zur Stierkampfarena getrieben, wo sie am Abend dann den letzten grossen Auftritt ihres kurzen Lebens haben. Jeder Stier hat einen Namen, sein Kampfgewicht wird hervorgehoben, sein Mut und seine Angriffslust gewürdigt und der Zuchtbetrieb, aus dem er stammt, lobend erwähnt. Sogar die Qualität der Leitochsen wird lang und breit diskutiert. Sind sie zu langsam, kommt es bei der Hatz zu gefährlichen Staus in den engen Strassen, sind sie zu schnell, ist das Spektakel zu kurz und langweilig. Oder ein Stier verliert den Anschluss und greift die Menschen um sich herum an. Länger als drei Minuten dauert selten einer der Läufe.
Das Fest zu Ehren des Stadtheiligen San Fermín wird bereits seit 1591 begangen. Darüber schrieb schon etwa der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem Roman «Fiesta» (1926), was bis heute auch viele Touristen aus Nordamerika anlockt. Drei der Leichtverletzten des ersten Laufs waren einem Bericht der Nachrichtenagentur Europa Press zufolge US-Bürger. 2020 und 2021 waren die Feierlichkeiten wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden, aber seit dem vergangenen Jahr ist alles wieder so wie immer. Dieses Jahr sind auch erstmals nach Corona wieder viele Touristen aus Asien angereist, berichtet Reiseveranstalter Mikel Ollo dem Onlinemedium «OKdiario». Für die Stadt bedeutet das Fest Einnahmen von schätzungsweise bis zu 100 Millionen Euro.
Aber nicht alle teilen die Begeisterung. Tierschützer protestierten seit Jahren gegen die Stierhatz, jedoch vergeblich. Sie kritisieren, dass die Hatz für die Stiere eine einzige panische Flucht durch für sie völlig ungewohnte Menschenmassen sei, die sie einem enormen Stress aussetze. Und alle 48 Stiere würden dann abends beim Stierkampf erst gequält und dann getötet. Immer am letzten Tag vor dem Fest demonstrieren Aktivisten gegen die Hatz. Dieses Jahr hüllten sie sich von Kopf bis Fuss in blutrote Gewänder und hielten Schilder mit der Aufschrift «Pamplona: Gewalt und Tod für Bullen» in mehreren Sprachen hoch.
Doch die Empörung tut dem Spektakel und der Begeisterung der Läufer und Besucher keinen sichtbaren Abbruch. Viele Läufer sind schon seit langem dabei. So auch der beim ersten Lauf gestürzte Patxi Ibáñez. «Seit vielen Jahren mache ich mit, und das heute war nur ein kleiner Schrecken», zitierte ihn die Zeitung «Noticias de Navarra». Abschrecken lassen will er sich auf keinen Fall. «Ich bin gestürzt, aber am Samstag laufe ich wieder mit», sagte er beim Verlassen des Krankenhauses.
Schüsse an Schule in Kanada: Mehrere Tote, viele Verletzte
Tumbler Ridge, 11.02.2026:
Schüsse an weiterführender Schule
Eine Person hat in Kanada zehn Menschen
getötet und etwa zwei Dutzend weitere verletzt
Polizei in Provinz British Columbia:
Unter den Toten sei auch eine Frau, die nach ersten
Erkenntnissen als Tatverdächtige gelte
Wahrscheinlich zwei Tatorte
Zunächst werden sieben Leichen in der Schule,
an einem zweiten Ort zwei weitere Tote gefunden
Polizei ermittelt auf Hochtouren
Über den Hintergrund der Tat und das mögliche
Motiv des Schützen ist zunächst nichts bekannt
Laut dem TV-Sender CBC kennt die Polizei die
Identität der mutmasslichen Täterin inzwischen
12.02.2026
Epstein-Skandal: Kronprinzessin bittet um Verzeihung
Oslo, 06.02.2026: Mette-Marit entschuldigt sich: Im Skandal um die Freundschaft von der Kronprinzessin mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wartet ganz Norwegen seit Tagen auf eine Reaktion der Königsfamilie.
Am Freitag ist es dann so weit – in Form einer schriftlichen Mitteilung:
«Es ist mir wichtig, mich bei allen zu entschuldigen, die ich enttäuscht habe», zitiert das Königshaus die Kronprinzessin darin. «Teile des Inhalts der Nachrichten zwischen Epstein und mir repräsentieren nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte.»
Sie bedaure auch die Situation, in die sie das Königshaus – besonders König Harald V. und Königin Sonja – gebracht habe.
In E-Mails sollen sich die Kronprinzessin und der Sexualstraftäter über mehrere Jahre zu privaten Themen ausgetauscht haben – nachdem Epstein bereits zum ersten Mal verurteilt worden war und eine Haftstrafe abgesessen hatte. In den kürzlich veröffentlichten Akten zu dem Fall taucht ihr Name mehrere Hundert Male auf.
09.02.2026
Nach Zugunglück in Spanien: Viele Tote und Verletzte
Adamuz, 19.01.2026: Zugunglück im Süden Spaniens: Zahlreiche Tote und viele Verletzte. Nach dem schweren Eisenbahnunglück nahe Adamuz ist die Zahl der Toten auf mindestens 39 gestiegen.
Insgesamt 73 Menschen werden nach dem Zusammenstoss in Krankenhäusern in der andalusischen Stadt Córdoba behandelt. Darunter seien 24 mit schweren Verletzungen, unter ihnen sollen auch Minderjährige sein.
Zahlreiche Fahrgäste sind noch über Stunden in den Zügen eingeschlossen.
Die Tragödie ereignet sich gegen 19.40 Uhr am Sonntag. Ein Hochgeschwindigkeitszug entgleist mutmasslich mit Tempo 300 und gerät in das benachbarte Gleis. Dort kollidiert er mit einem weiteren Hochgeschwindigkeitszug.
Rund 500 Passagiere sollen sich in beiden Zügen aufgehalten haben.
20.01.2026
Schüsse an Schule in Kanada: Mehrere Tote, viele Verletzte
Epstein-Skandal: Kronprinzessin bittet um Verzeihung
Nach Zugunglück in Spanien: Viele Tote und Verletzte