Kunden aufgebracht nach Bankraub in Gelsenkirchen
STORY: Ein zweistelliger Millionenbetrag soll laut Angaben der Polizei von Samstag auf Sonntag aus der Filiale einer Sparkasse in Gelsenkirchen gestohlen worden sein. Am Dienstag versammelte sich vor der Filiale eine aufgebrachte Menschenmenge. Unter den Menschen viele, die bei der Sparkasse ein Wertschliessfach besitzen –Denn vor allem die Inhalte aus Wertschliessfächern sollen entwendet worden sein. O-Ton Reporter: «Darf ich fragen, was Sie in dem Fach gelagert haben? Geld? Altersvorsorge? Ähnliches?" O-Ton Bankkunde: «Altersvorsorge." O-Ton Bankkunde: «Ja, ich habe sehr viel Geld und Schmuck von meinen Kindern, von meiner Frau. Und von mir selber auch." O-Ton Bankkunde: «Die Nacht nicht geschlafen, hier kommt keine Info, es kommt keiner raus. Die brauchen ja nur einen Aushang machen, welche Schliessfächer – es sind ja nicht alle betroffen – betroffen ist. Da kommt nichts." O-Ton Bankkunde: «Das ist traurig. Gibt einen scheiss Jahreswechsel, auf Deutsch gesagt." O-Ton Bankkunde: «Das ist deprimierend. Das ist auch schon höchst verdächtig, dass einfach nichts funktioniert hat. Du gehst heute in den Supermarkt, willst ein Steak haben, und da kannst du noch nicht mal raus damit. Da muss das erstmal gescannt werden, da – und hier hast du eine Bank, die eigentlich der sicherste Ort sein soll, und nichts." Aufmerksam geworden auf den Einbruch ist die Polizei durch einen Brandmeldealarm am Montagmorgen gegen vier Uhr, woraufhin Polizei und Feuerwehr das Gebäude durchsuchten und ein Loch im Tresorraum entdeckten, wie aus einer Meldung der Polizei hervorgeht.
30.12.2025
Nach dem spektakulären Millionen-Coup im Tresorraum einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen sucht die Polizei die dreisten Panzerknacker. Sie verfolgen offenbar eine mögliche Spur in die Niederlande.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Nach dem spektakulären Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkassenfiliale sucht die Polizei die flüchtigen Panzerknacker.
- Laut einem Medienbericht richtet sich der Fokus der Ermittler auf Kriminelle im Ausland.
- Eine Spur soll in die Niederlande führen.
- Die Beute der Bankräuber war zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben worden, könnte aber auch deutlich darüber liegen.
- Die Zahl der Geschädigten wird auf mehr als 2500 beziffert.
Nach dem spektakulären Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkassenfiliale sucht die Polizei die flüchtigen Panzerknacker. Die hatten sich mit einem Spezialbohrer bis in den Tresorraum vorgebohrt und dann fast alle der 3250 Kunden-Schliessfächer aufgebrochen.
Die Beute war zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben worden, könnte aber auch deutlich darüber liegen. «Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus», sagte ein Sprecher der Polizei. Damit wäre es einer der grössten Coups in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.
Die Zahl der Geschädigten wird auf mehr als 2500 beziffert. Etliche von ihnen hatten sich in den vergangenen zwei Tagen vor der Filiale versammelt und ihrem Unmut über die ausbleibenden Informationen ihres Geldinstituts Luft gemacht. Es kam zu tumultartigen Szenen.
Nach dem Einbruch in den Tresorraum der Bank fordern besorgte Kunden Informationen.
Polizeieinsatz an der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer. Eine grosse Menschenmenge versammelte sich vor der Filiale.
Polizisten sichern den Eingang der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen, vor der viele besorgte Kunde stehen und Informationen nach dem Einbruch in den Tresorraum verlangen.
Einbrecher haben sich mit Hilfe eines grossen Bohrers Zugang zum Tresorraum verschafft. Dort durchsuchten sie die Wertschliessfächer.
Suche nach Panzerknackern von Gelsenkirchen - Gallery
Nach dem Einbruch in den Tresorraum der Bank fordern besorgte Kunden Informationen.
Polizeieinsatz an der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer. Eine grosse Menschenmenge versammelte sich vor der Filiale.
Polizisten sichern den Eingang der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen, vor der viele besorgte Kunde stehen und Informationen nach dem Einbruch in den Tresorraum verlangen.
Einbrecher haben sich mit Hilfe eines grossen Bohrers Zugang zum Tresorraum verschafft. Dort durchsuchten sie die Wertschliessfächer.
Wie lief der Coup ab?
Den Einbruch im Stadtteil Buer hatten Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Täter waren durch mehrere Türen zunächst in einen Archivraum eingebrochen, von dem sie sich mit dem Spezialbohrer in den Tresorraum der Bank vorarbeiteten.
Zeugen hatten in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Männer mit grossen Taschen im Treppenhaus eines angrenzenden Parkhauses beobachtet. Videokameras in dem Parkhaus erfassten am frühen Montagmorgen einen hochmotorisierten schwarzen Wagen, einen schwarzen Audi RS6, mit einem in Hannover gestohlenen Kennzeichen. Im Auto sassen maskierte Personen.
Nach Informationen des «Spiegels» vermuten die Ermittler, dass es sich um Täter aus den Niederlanden handeln könnte. In der Vergangenheit seien vergleichbare Autos wie der Audi RS6 bei Sprengungen von Geldautomaten genutzt worden, die niederländischen Tätern zugeordnet werden.
Beute kann noch viel grösser sein
Wie viel Bargeld, Gold und Wertgegenstände die Täter davonschleppten, das muss erst noch ermittelt werden. Denn die Banken wissen nicht, was in den Schliessfächern gelagert wird. Die Betroffenen müssen nun kontaktiert werden. Jedes Schliessfach ist nach Angaben der Sparkasse Gelsenkirchen mit 10.300 Euro versichert.
Tumult vor der Bankfiliale
Unter den besorgten Kunden wuchs am Dienstag sichtbar der Unmut. Am zweiten Tag infolge versammelte sich eine Menschenmenge vor der Filiale. Rund 200 Menschen warteten zeitweise vor der Filiale. «Wir wollen rein, wir wollen rein!», forderte lautstark ein Sprechchor. Als Menschen in den Vorraum stürmten, musste die Polizei einschreiten.
Im Tagesverlauf schaltete die Bank einige Informationen im Internet frei. «Je nach Sicherheitslage wird über die Öffnung der Filiale Buer entschieden», hiess es.
Früherer Brandmeldealarm
Hätte der Einbruch möglicherweise schon früher bemerkt werden können? Wie die Polizei jetzt mitteilt, gab es bereits am Samstag einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude. Damals waren Polizei und Feuerwehr gegen 6.15 Uhr vor Ort, «konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schliessen liess», heisst es in der jüngsten Mitteilung. Die genauen Abläufe dieses Einsatzes sind den Angaben zufolge auch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.