Trotz schlechter Erfahrung: Kanton Bern will Schlösser verkaufen

tsha

14.2.2020 - 00:00

Zu verkaufen? Der Kanton Bern überlegt, Schloss Münchenwiler zum Kauf anzubieten. (Archivbild)
Bild: Keystone

Schlossherrin oder Schlossherr gesucht: Trotz schlechter Erfahrungen will der Kanton Bern zwei historische Gemäuer verkaufen.

Schlösser sind schön – machen bisweilen aber auch Ärger. Das musste in den vergangenen Jahren der Kanton Bern feststellen. Denn die alten Gemäuer, die sich im Besitz des Kantons befinden, kosten viel Geld. Jedes Jahr fallen Betriebs- und Unterhaltskosten an, die aus kantonaler Kasse beglichen werden müssen.

Deswegen haben die Verantwortlichen bereits vor mehr als zehn Jahren den Entschluss gefasst, mehrere Schlösser und Amtsstuben zu verkaufen. Und obwohl damals deutlich weniger Geld mit dem Verkauf eingenommen wurde als erhofft, wirft Bern nun möglicherweise zwei weitere Schlösser auf den Markt: Wie SRF berichtet, sollen das Schloss Münchenwiler und die Burg  Schlossberg bei La Neuveville zum Verkauf angeboten werden.



Als der Kanton vor über zehn Jahren 21 historische Gebäude verkaufen wollte, rechneten die Verantwortlichen mit Einnahmen von 54 Millionen Franken; erlöst wurden schliesslich aber nur 14,8 Millionen. Das hätten Recherchen des SRF-«Regionaljournal» ergeben.

«Man war sicher zu optimistisch», bestätigt der zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus gegenüber dem Sender. Mehrere Schlösser hätten keinen Käufer gefunden, auch ein Teil der angebotenen Amtshäuser konnte nicht veräussert werden.

Schloss zu verschenken?

«Wenn viele Liegenschaften miteinander auf den Markt gelangen, reisst man sich nicht darum», erklärt Neuhaus. In einigen der Gebäude hat der Kanton Teile der Verwaltung untergebracht, so arbeitet in Schloss Fraubrunnen etwa die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.

Die Schlösser Aarwangen und Trachselwald wollte aber niemand haben. Ersteres verursache jährliche Kosten von 78'000 Franken, letzteres gar 92'000 Franken. Und das, obwohl beide Gebäude leer stünden. Ob die beiden Schlösser jemals einen neuen Schlossherren oder eine neue Schlossherrin finden, ist fraglich.

Wie in der Vergangenheit bereits geschehen, könnten auch das Schloss Aarwangen verschenkt beziehungsweise für den symbolischen Preis von einem Franken verkauft werden, möglicherweise an einen regionalen Verein. Für Neuhaus besser als nichts: «Damit werden wir Unterhalt los und müssen weniger bezahlen.»

Im Falle des nun zum Verkauf stehenden Schloss Münchenwiler und der Burg Schlossberg hofft der Kanton, dass es besser läuft. Münchenwiler koste den Kanton derzeit jährlich 400'000 Franken Unterhalt, der aktuelle Pächter zahle aber nur 200'000 Franken. «Das Geld wächst nicht auf den Bäumen oder in den Schlössern», so Regierungsrat Neuhaus. Man überlege deshalb, die beiden Gebäude zu verkaufen.

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