«Unprofessioneller Unsinn» geht viralUS-Piloten nerven Fluglotsen mit Tiergeräuschen
Oliver Kohlmaier
21.4.2026
Wegen «Miau»-Geräuschen auf einer Notfallfrequenz droht zwei US-Piloten Ärger.
Bild: Boris Roessler/dpa
«Miau »und «Wuff»: Ein Mitschnitt des Funkverkehrs zwischen Piloten und einem Fluglotsen sorgt im Netz für Erheiterung. Die US-Luftfahrtbehörde jedoch ist nicht zum Scherzen aufgelegt und kündigt Ermittlungen an.
Redaktion blue News
21.04.2026, 22:54
Oliver Kohlmaier
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
In den sozialen Netzwerken geht ein Audio-Mitschnitt des Funkverkehrs zwischen zwei Piloten und einem Fluglotsen viral.
Die Piloten geben auf einer Notfallfrequenz Tiergeräusche von sich – der Fluglotse ist davon genervt.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt.
Der Funkverkehr zwischen Piloten und Fluglotsen ist üblicherweise eine professionelle und eher langweilige Angelegenheit. Doch auch die Profis sind gelegentlich zu Scherzen aufgelegt, wie zahlreiche Mitschnitte von Funkverkehr in den sozialen Medien zeigen.
Eine Aufnahme jedoch sorgt unter Luftfahrtexperten in den USA derzeit für rege Debatten. Denn statt Positionsdaten oder der Bitte um eine Landeerlaubnis sind über Washington D. C. plötzlich Tiergeräusche zu hören.
Auf dem Mitschnitt, der auf X und weiteren sozialen Netzwerken kursiert, meldet sich ein Pilot mit einem «Miau» zu Wort, kurz darauf kommt ein weiteres «Miau» eines Kollegen. Schliesslich schaltet sich der Fluglotse ein: «Leute, ihr müsst euch wie professionelle Piloten benehmen.» Die jedoch scheinen von der Ermahnung eher ermutigt worden zu sein – es folgt ein weiteres «Miau» sowie Hundegebell.
Delta and American Airlines CRJ pilots at Ronald Reagan Washington National Airport are going viral after an ATC clip caught them making "meow," "ruff," and other animal sounds over the radio, but the controller wasn't having it. In the audio, ATC quickly shuts it down, telling… pic.twitter.com/nQadGDKqOX
Während die Piloten ihren Spass zu haben scheinen, ist der Fluglotse nicht zum Scherzen aufgelegt. «Genau deswegen fliegt ihr immer noch einen RJ (Regional Jet, Anm.)», heisst es aus dem Tower. Der Mitschnitt endet schliesslich mit einem traurigen «Miau…Miau Miau».
Brisant: Die tierische Konversation erfolgte über die sogenannte «Guard»-Frequenz auf 121,5 MHz. Diese kann – und soll – von allen Piloten mitgehört werden und ist eigentlich nur für Notfälle reserviert.
Während die Aufnahme millionenfach angeklickt wird, sorgt sie unter Experten für geteilte Meinungen. Steve Abraham, langjähriger Fluglotse am New Yorker JFK-Flughafen, sieht die Sache gelassen. Ja, es sei untersagt, jedoch eher vergleichbar damit, das Tempolimit im Strassenverkehr um eine Meile pro Stunde zu überschreiten, sagte er dem TV-Sender NBC.
Luftfahrtexperte John Nange erklärt indessen bei ABC: «Das sind sehr wichtige Frequenzen für sehr wichtige Zwecke». Deshalb gebe es schlicht keinen Platz für solch einen «unprofessionellen Unsinn».
Die US-Luftfahrbehörde FAA findet den Vorfall zumindest nicht zum Lachen. Sie weist darauf hin, dass die nicht-essentielle Kommunikation unterhalb von 10'000 Fuss Flughöhe (rund 3050 Meter) untersagt sei – und kündigt eine Untersuchung an.
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