So ging's im Raucherabteil zu Vor 20 Jahren wurde das Qualmen in SBB-Zügen verboten

Maximilian Haase

11.12.2025

Vor genau 20 Jahren war Schluss mit Qualm: Das Rauchen in den Zügen der SBB wurde im Dezember 2005 verboten. Proteste folgten, die grosse Revolte aber nicht. Es endete eine Ära, von der nostalgische Bilder zeugen.

Maximilian Haase

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Vor 20 Jahren, am 11. Dezember 2005, durfte letztmalig in den Zügen der SBB geraucht werden.
  • Die Abschaffung der Raucherabteile führte damals zu Protesten, eine Raucher-Revolte blieb aber aus.
  • Geblieben sind Erinnerungen und nostalgische Bilder.

Wer bereits vor über zwei Jahrzehnten regelmässig mit dem Zug fuhr, hat sie noch erlebt, und vor allem wohl gerochen: Die Raucherabteile gehörten mit einer Selbstverständlichkeit zum Bahnfahren, wie sie heute nur schwer vorstellbar scheint. Klapptische mit eingelassenem Aschenbecher und Zigarettenverkauf im Zug inklusive. 

Damit war es dann vor genau 20 Jahren vorbei: Die letzten Glimmstängel im Abteil mussten ausgedrückt werden, das Rauchen in den Zügen der SBB war fortan verboten. 25 Franken Busse musste zahlen, wer sich nicht daran hielt. Mit dem Rauchverbot, das im Dezember 2005 in Kraft trat, endete eine jahrzehntelange Ära in den Schweizer Bahnen. Von ihr zeugen heute nur noch Erinnerungen und nostalgische Bilder.

Nostalgische Bilder, so wie hier aus dem Jahr 1976, zeugen von einer vergangenen Ära.
Nostalgische Bilder, so wie hier aus dem Jahr 1976, zeugen von einer vergangenen Ära.
KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str

Als die Raucherabteile abgeschafft werden sollten, war die Aufregung entsprechend gross. Für manche galt der qualmfreie Zug als Angriff auf persönliche Freiheit und liebgewonnene Rituale. Zahlreiche Beschwerden gingen ein, nicht selten wurde der Umstieg aufs Auto angedroht. Innerhalb der Fahrgastorganisation Pro Bahn kam es sogar zu Austritten, weil der Verband das Verbot öffentlich unterstützt hatte. 

Keine grosse Revolte

Andererseits sassen viele Raucher schon zuvor lieber im Nichtraucherabteil. Der Rauch im Abteil, auch der kalte, konnte einem den Atem nehmen. Zuletzt lag die Auslastung der Raucherabteile nur noch bei 25 Prozent. Die Stimmung schien schon vor dem Verbot gekippt. Bereits im Jahr 2000 hatten die SBB den Anteil der Raucherplätze pro Zug von der Hälfte auf nur noch ein Fünftel aller Sitze reduziert.

Kippe in den Aschenbecher in der Armlehne: Ab Dezember 2005 war das verboten.
Kippe in den Aschenbecher in der Armlehne: Ab Dezember 2005 war das verboten.
sda

Die grosse Revolte, wie einst in den 90er-Jahren beim Versuch eines Rauchverbots in den S-Bahnen, blieb vor 20 Jahren dann auch aus. Bereits einen Tag nach Inkrafttreten des Verbots meldeten die SBB, die Umstellung sei insgesamt auf grosses Verständnis gestossen. Nur in wenigen Fällen hakte es – vor allem in frühen Morgenverbindungen, auf denen Jugendliche nach einer langen Nacht unterwegs nach Hause waren. 

Nachdem bereits 2005 auch geschlossene Bereiche wie Schalterhallen, Wartesäle oder überdachte Perronbereiche mit wenig Luftzirkulation mit einbezogen wurden, folgte 2019 auch das Rauchverbot an Bahnhöfen und auf den Perrons. Rauchen ist seither nur noch in bestimmten Bereichen gestattet. Auch wenn sich so mancher Fahrgast bis heute nicht daran hält. 

Heute ist Rauchen noch in einzelnen Zonen auf dem Perron gestattet. Daran wollen die SBB vorerst nichts ändern – auch wenn es gelegentlich Beschwerden von Nichtrauchern gibt. (Archivbild)
Heute ist Rauchen noch in einzelnen Zonen auf dem Perron gestattet. Daran wollen die SBB vorerst nichts ändern – auch wenn es gelegentlich Beschwerden von Nichtrauchern gibt. (Archivbild)
sda