SchiffskollisionVorerst keine Ölpest vor Gibraltar
sda/tgab
31.8.2022 - 19:31
Nach der Kollision von zwei Transportschiffen vor Gibraltar sollen die Bergungsarbeiten zum Schutz der Umwelt äusserst vorsichtig geplant und durchgeführt werden.
Keystone-SDA, sda/tgab
31.08.2022, 19:31
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Hauptpriorität bei den Bergungsarbeiten hätten die Minimierung des Verschmutzungsrisikos sowie der Schutz der Küsten Gibraltars und der benachbarten Staaten, teilte die Regierung des britischen Überseegebiets am Südzipfel Spaniens am Mittwoch mit. Zuletzt seien keine weiteren hydraulischen Substanzen oder Treibstoffe ausgetreten, hiess es. Warum die beiden Schiffe am Montag zusammenstiessen, blieb vorerst weiterhin unklar. Eine Untersuchung zur Ermittlung der Ursache wurde bereits eingeleitet.
Die Behörden hatten nach dem Unfall eine Ölpest befürchtet. Ein 178 Meter langer Massengutfrachter war vor der Ostküste Gibraltars mit einem Flüssiggastanker kollidiert und dabei leck geschlagen. Die «OS 35» unter Flagge von Tuvalu wurde deshalb in seichtem Wasser auf Grund gesetzt. Die «OS 35» lag am Mittwoch bei ruhiger See mit dem Bug auf Grund etwa 700 Meter vor dem Strand von Catalan Bay.
Schwimmende Ölsperren ausgelegt
Das Schiff hat nach jüngsten amtlichen Angaben 215 Tonnen Schweröl, 250 Tonnen Diesel und 27 Tonnen Schmieröl in seinen Tanks. Taucher entdeckten ein zehn mal vier Meter grosses Loch in der Bordwand unterhalb der Wasserlinie. Zwischen dem Havaristen und dem Strand waren deshalb am Dienstag vorsichtshalber schwimmende Ölsperren ausgelegt worden. Die 24-köpfige Besatzung befand sich nach Angaben der Regierung am Mittwoch weiter an Bord. Ihr gehe es gut, sie sei mit Lebensmitteln und Wasser versorgt worden, hiess es.
Die mit Stahl beladene «OS 35» war auf dem Weg in den niederländischen Hafen Vlissingen, als sie am Montagnachmittag den vor Anker liegenden Flüssiggastanker «Adam LNG» rammte. Der 289 Meter lange Gastanker unter der Flagge der Marshallinseln blieb bei dem Zusammenstoss weitgehend unbeschädigt.