Flut am Euphrat Ganze Landstriche zerstört – Syrien macht der Türkei schwere Vorwürfe

dpa

3.6.2026 - 16:27

Flut am Euphrat: Ganze Landstriche zerstört – Syrien macht der Türkei schwere Vorwürfe

Flut am Euphrat: Ganze Landstriche zerstört – Syrien macht der Türkei schwere Vorwürfe

Schwere Überschwemmungen entlang des Euphrats fordern in Syrien fünf Todesopfer. Felder stehen unter Wasser und Notunterkünfte sind zerstört. Der syrische Energieminister macht der Türkei Vorwürfe.

02.06.2026

Schwere Überschwemmungen entlang des Euphrats fordern in Syrien fünf Todesopfer. Felder stehen unter Wasser und Notunterkünfte sind zerstört. Der syrische Energieminister macht der Türkei Vorwürfe.

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DPA, Adrian Kammer

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Schwere Überschwemmungen am Euphrat in Syrien haben Tausende Menschen vertrieben.
  • Weite Ufergebiete wurden überflutet sowie Ackerland, Regierungsgebäude und zivile Einrichtungen beschädigt.
  • Die Fluten wurden durch starke Regenfälle und grosse Wasserablassungen aus Staudämmen ausgelöst.
  • Syrien wirft der Türkei vor, zu spät vor den steigenden Wasserständen gewarnt zu haben.
  • Die Behörden erwarten nun, dass die Pegel innerhalb der nächsten zwei Tage wieder sinken.

Schwere Überschwemmungen infolge steigender Wasserstände des Flusses Euphrat haben in Syrien Hunderte Familien vertrieben und mehrere Todesopfer gefordert. Lokalen Behördenvertretern zufolge starben in der Provinz Dair as-Saur vier Kinder, nachdem sie von den starken Strömungen des Euphrats mitgerissen worden waren. In der benachbarten Provinz Rakka ertrank zudem ein Mann, wie es weiter hiess.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden Tausende Menschen vertrieben. Die Beobachter warnten vor einer sich verschärfenden humanitären Krise. Die syrischen Behörden teilten mit, dass in Dair as-Saur rund 24'000 Hektar Ackerland, 265 Regierungsgebäude und etwa 60 zivile Einrichtungen beschädigt worden sein.

Warnung der Türkei sei zu spät gekommen

Hintergrund der Überschwemmungen sind ungewöhnlich intensive Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate in der Region, auch in der benachbarten Türkei.

Aufgrund extrem hoher Pegelstände an den dortigen Talsperren, insbesondere am Atatürk-Staudamm, mussten die türkischen Behörden enorme Wassermassen kontrolliert flussabwärts abgeben.

Um eine Überlastung der eigenen Anlagen zu verhindern, öffneten auch die syrischen Betreiber wichtige Staudämme. Der Pegel stieg abrupt und überschwemmte weite Ufergebiete.

Syriens Energieminister Mohammad al-Baschir warf der Türkei vor, die syrischen Behörden zu spät vor dem steigenden Wasserstand im Euphrat gewarnt zu haben. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besuchte unterdessen die betroffenen Gebiete, um sich ein Bild von den Schäden und dem humanitären Bedarf zu machen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.

Syrien rechnet mit Rückgang der Wasserstände

Betroffene schilderten chaotische Zustände infolge des rasch steigenden Wassers. Eine betroffene Bewohnerin berichtete der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Familien hätten ihre Häuser teils nur mit der Kleidung am Leib verlassen können.

Nach ihren Angaben retteten Nachbarn Eingeschlossene mit kleinen Fischerbooten durch die starken Strömungen.

Der Generaldirektor des Euphrat-Staudamms, Haitham Bakur, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Wasserstände dürften innerhalb von zwei Tagen zurückgehen. Die Türkei habe die Schleusentore inzwischen geschlossen.