Nach Absturz von zwei Drohnen Waldbrand ist in Sperrzone um Tschernobyl ausgebrochen

SDA

8.5.2026 - 17:51

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl.
Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl.
Keystone/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

In der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist ein Waldbrand ausgebrochen. Die Behörde warnt, dass Rauch möglicherweise radioaktive Partikel verbreiten könnte.

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  • Nach Drohnenabstürzen ist in der Sperrzone des stillgelegten Atomkraftwerks Tschernobyl ein Waldbrand ausgebrochen.
  • Das Feuer erfasste laut Behörden bis zu zwölf Quadratkilometer, die Strahlungswerte blieben jedoch zunächst im normalen Bereich.
  • Die Ukraine macht Russland für die Angriffe verantwortlich und warnt, dass Rauch möglicherweise radioaktive Partikel verbreiten könnte.

In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach Drohnenabstürzen ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei «nach dem Absturz zweier Drohnen im Naturschutzgebiet Tschernobyl» ausgebrochen und wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1180 Hektar (zwölf Quadratkilometern), erklärte Schutzgebietsleiter Denis Nesterow in Onlinediensten.

Die radioaktiven Strahlungswerte lagen Behördenangaben zufolge «innerhalb der normalen Grenzen». Der Wind erschwere die Löscharbeiten. Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild von einer grossen weissen Rauchsäule.

Zur Herkunft der Drohnen wurden keine Angaben gemacht. Zunächst war lediglich eine Drohne gemeldet worden. Sie war den Behörden zufolge am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war. Nach der Katastrophe wurde wegen der Strahlenbelastung eine Sperrzone von 30 Kilometern eingerichtet. Hunderttausende Menschen wurden aus dem Gebiet evakuiert, das zu grossen Teilen weiterhin stark radioaktiv kontaminiert ist.

Drohnen kreisen ständig über dem Gebiet

Der Verwaltungschef der benachbarten Region Tschernihiw, Wjatscheslaw Tschaus, beschuldigte Moskau, für die Drohnenangriffe verantwortlich zu sein und die Löscharbeiten zu behindern. «Der Angreifer verhindert die Löschung des Feuers. Seine Drohnen kreisen ständig über dem Gebiet», erklärte Tschaus am Freitag. Er gab die von dem Brand betroffene Fläche sogar mit bis zu 40 Quadratkilometern an.

Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen. Trotzdem können den Angaben zufolge bei grossen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch ausserhalb der Sperrzone nachgewiesen werden.

Die Ukraine hat Russland wiederholt Angriffe auf Atomanlagen vorgeworfen, darunter auch Tschernobyl. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle um das Akw durch eine russische Drohne beschädigt.