Meeressäuger in der Seine

Verirrter Orca soll mit Walgeräuschen ins Meer gelockt werden

dpa

28.5.2022 - 12:08

A Bigg's killer whale swims toward a Pacific Whale Watch Association vessel on May 4, 2022, near Whidbey Island in Washington state. (AP Photo/Ted S. Warren)
Ein Orca in seinem natürlichem Habitat, dem Meer. (Archiv)
Bild: Keystone

Bereits Anfang April wurde im Ärmelkanal ein Orca gesichtet. Inzwischen befindet sich der Meeressäuger im französischen Fluss Seine. Das geschwächte Tier soll nun mit Walgeräuschen ins Meer gelockt werden.

dpa

28.5.2022 - 12:08

Ein verirrter Orca in der Seine soll mit Walgeräuschen angelockt und Richtung Meer geleitet werden. Eine Drohne soll den Vorgang beobachten, teilte die zuständige Präfektur Seine-Maritime mit Sitz in Rouen am Freitagabend nach Beratungen mit Fachleuten mit. Das Tier, das sich in der Nähe der nordfranzösischen Küste aufhält, schwimme immer hin und her und nicht Richtung Meer. Der Orca sei extrem geschwächt und habe nur geringe Überlebenschancen. Durch die Geräuschmethode werde ein Einsatz aus nächster Nähe mit einem Schiff, der das Stresslevel des Tiers noch erhöhen könnte, vermieden.

Der Forschungsgruppe Meeressäuger (GEEC) zufolge wurde der Wal erstmals Anfang April von der Besatzung eines Trawlers etwa 30 Kilometer vor der normannischen Küste gesichtet. Seitdem wurde der Orca immer wieder entlang der Küste, in der Seine-Mündung sowie selbst rund 60 Kilometer flussaufwärts in der Seine bei Yainville entdeckt. Üblicherweise seien Orcas eher vor den Küsten Schottlands, Islands und Norwegens zu Hause sowie weiter südlich im Atlantischen Ozean im Golf von Biskaya, erklärte ein GEEC-Experte. Die von dem Fischerboot aus gemachten Videoaufnahmen seien aber eindeutig. Es gebe keinen Zweifel daran, dass es sich um einen Orca handle.

Spekuliert wird, ob der Wal sich in den Ärmelkanal verirrt hat, weil er erkrankt ist und sich in den ruhigeren Gewässern dort leichter ernähren kann. Möglicherweise handele es sich auch um ein Jungtier, dass seine Gruppe verlassen habe und nun isoliert sei.

dpa