Wegen Nutzung von KI-VideoZDF zieht New-York-Korrespondentin per sofort ab
SDA
20.2.2026 - 12:43
Nicola Albrecht berichtete für das ZDF aus New York.
ZDF/Svea Pietschmann
Das ZDF hat seine New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen. Grund sind schwere Verstösse gegen journalistische Standards.
Keystone-SDA
20.02.2026, 12:43
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Das ZDF hat seine New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht wegen schwerer Verstösse gegen journalistische Standards mit sofortiger Wirkung abberufen.
In einem Beitrag für das «heute journal» nutzte sie unter anderem eine KI-generierte Videoszene sowie eine weitere Szene aus einem falschen Kontext.
Der Sender betonte die Bedeutung der Glaubwürdigkeit, kündigte einen Massnahmenkatalog an und räumte ein, dass auch die Schlussredaktion den Fehler hätte erkennen müssen.
Der deutsche öffentlich-rechtliche TV-Sender ZDF hat seine New York-Korrespondentin Nicola Albrecht nach einem fehlerhaften Beitrag mit sofortiger Wirkung abberufen. Unter anderem hatte sie den Angaben nach mit Künstlicher Intelligenz (KI) generiertes Material genutzt.
Bei der Überprüfung sei man zu dem Schluss gekommen, dass «die Verstösse gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen», hiess es in einer Mitteilung des Senders.
Die Korrespondentin hatte den Angaben zufolge für die Redaktionen «Mittagsmagazin» und «heute journal» über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der US-amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE berichtet. Der Beitrag für das «Mittagsmagazin» sei nicht zu beanstanden gewesen, sei jedoch von der Korrespondentin für das «heute journal» angepasst worden.
«In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz», hiess es in der Mitteilung. Davon habe eine Szene aus einem völlig anderen Kontext gestammt, die andere Szene sei KI-generiert gewesen.
«Schlussredaktion hätte es bei Abnahme auffallen müssen»
Das ZDF erläuterte, dass das KI-generierte Material nicht ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung hätte verwendet werden dürfen. «Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt», hiess es. Der Schlussredaktion des «heute journals» hätte dies bei der Abnahme des Beitrags auffallen müssen.
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten sagte laut der Mittelung, dass es im Kern um die Glaubwürdigkeit der ZDF-Berichterstattung gehe. «Wir erarbeiten zurzeit einen Massnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.»