Tödliche Atemwegsinfektion Drei Tote nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff im Atlantik

dpa

4.5.2026 - 05:18

Das Polarkreuzfahrtschiff Hondius, auf dem drei Menschen nach einem Hantavirus-Ausbruch gestorben sind, im britischen Überseegebiet Südgeorgien. (Archivbild)
Das Polarkreuzfahrtschiff Hondius, auf dem drei Menschen nach einem Hantavirus-Ausbruch gestorben sind, im britischen Überseegebiet Südgeorgien. (Archivbild)
Bild: IMAGO/Zoonar

Von Mensch zu Mensch übertragene Hantavirus-Infektionen sind selten. Auf einem Kreuzfahrtschiff sind nun drei Menschen nach einem Ausbruch gestorben und mehrere weitere erkrankt. Die WHO geht möglichen Ansteckungen nach.

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  • Ein Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik hat drei Menschen das Leben gekostet und mindestens drei weitere erkranken lassen.
  • Hantavirus-Infektionen stehen laut WHO meist im Zusammenhang mit Kontakt zu Kot oder Urin infizierter Nagetiere.
  • Selten können sie auch von Mensch zu Mensch übertragen werden und schwere Atemwegserkrankungen auslösen.
  • Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, doch frühzeitige medizinische Hilfe kann die Überlebenschancen erhöhen.

Ein Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik hat drei Menschen das Leben gekostet und mindestens drei weitere erkranken lassen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag mit. Ermittlungen seien im Gange, jedoch sei mindestens ein Hantavirus-Fall bestätigt worden, erklärte die WHO. Einer der Patienten befand sich den Angaben zufolge auf einer Intensivstation in einem südafrikanischen Spital. Zudem arbeite man mit den Behörden zusammen, um zwei weitere Passagiere mit Symptomen zu evakuieren.

«Detaillierte Untersuchungen laufen, einschliesslich weiterer Labortests und epidemiologischer Analysen», erklärte die WHO weiter. Medizinische Versorgung sei den Passagieren und der Besatzung bereitgestellt worden. Das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten führt derzeit in Südafrika Kontaktverfolgungen im Raum Johannesburg durch, um mögliche weitere Ansteckungen zu prüfen.

Das südafrikanische Gesundheitsministerium teilte mit, der Ausbruch habe sich auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» ereignet, das vor rund drei Wochen in Argentinien gestartet sei und unter anderem die Antarktis und die Falklandinseln angelaufen habe. Die Schifffahrtswebsite MarineTraffic lokalisierte das Schiff am Sonntagabend im Hafen von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde.

Mann an Bord, Ehefrau in Spital gestorben

Das erste Opfer sei ein 70-jähriger Mann gewesen, der an Bord gestorben sei. Sein Leichnam sei im britischen Überseegebiet St. Helena von Bord gebracht worden. Seine Ehefrau sei auf einem Flughafen in Südafrika zusammengebrochen, als sie einen Flug in die Niederlande antreten wollte, und später in einem Spital gestorben.

Das Ministerium identifizierte den Intensivpatienten in Johannesburg als britischen Staatsbürger. Er sei nahe der Insel Ascension erkrankt, nachdem das Schiff St. Helena verlassen habe, und von dort nach Südafrika gebracht worden.

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs seien rund 150 Touristen an Bord gewesen. Die «Hondius», ein Polarkreuzfahrtschiff, habe üblicherweise etwa 70 Besatzungsmitglieder.

Selten: Übertragung von Mensch zu Mensch

Hantavirus-Infektionen stehen laut WHO meist im Zusammenhang mit Kontakt zu Kot oder Urin infizierter Nagetiere – häufig Ratten oder Mäuse. Selten können sie auch von Mensch zu Mensch übertragen werden und schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, doch frühzeitige medizinische Hilfe kann die Überlebenschancen erhöhen.

Im vergangenen Jahr starb die Ehefrau von Schauspieler Gene Hackman, Betsy Arakawa, an einer Hantavirus-Infektion. Hackman starb eine Woche später an einer Herzerkrankung.

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