WHO warnt – zweitschwerster Ebola-Ausbruch im Gange

gusi

12.12.2018

Schutzanzüge und Quarantäne.  Die Ärzte und Hilfsorganisationen versuchen den schweren Ebola-Ausbruch im Kongo in den Griff zu bekommen.
Keystone

Im Osten des Kongos sind mindestens 500 Menschen am gefährlichen Ebola-Virus erkrankt. Darum ist Ebola so gefährlich.

Die aktuelle Lage vor Ort werde zudem erschwert, weil der Ausbruch in einem Kriegsgebiet stattfindet, wie die WHO mitteilt. So stehen sich im rohstoffreichen Gebiet in der Provinz Nord-Kivu mehrere bewaffnete Gruppen gegenüber.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen ist in Kongo-Kinshasa vor Ort und bekämpft die Verbreitung. Darunter auch die Schweizer Projektleiterin Carole Zen Ruffinen. Gegenüber SRF News sagt sie: «Der Zugang zur Bevölkerung ist eine der grössten Herausforderungen, die wir haben. Es ist so, dass wir im Moment nicht wissen, wohin diese Epidemie führt.» Neben der Konfliktsituation wisse die Bevölkerung nicht, wenn sie Ebola habe. «Es sind sehr unspezifische Symptome, es können die gleichen Symptome wie bei Malaria sein», erklärt sie. Zudem kurisert der Glaube, der Westen verbreite die Krankheit. Das Vertrauen in die fremden Ärzte ist vor Ort deshalb sehr klein.

Ein an Ebola erkrankter Mann in Butembo wird von Mitarbeitern der Organisation Ärzte ohne Grenzen auf eine Quarantäne-Station gebracht.
Keystone

Darum ist die Krankheit so gefährlich

Noch gibt es kein Heilmittel gegen Ebola. Das Virus, das hohes Fieber und innere Blutungen auslöst, führt in bis zu 90 Prozent der Fälle zum Tod. Bis heute existiert weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie. Ebola zählt zur Gruppe der sogenannten hämorrhagischen Fieber.

Zum bisher schwersten Ausbruch kam es 2014/2015 in den afrikansichen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone. Die Krankheit forderte damals 11'300 Opfer. Mehrere tausend Menschen überlebten die Erkrankung, was aber noch nicht ihre Heilung bedeutet.

Ebola-Virus kann sich im Körper verstecken

Tatsächlich kommt es immer wieder zu Rückfällen. Das zeigt das Beispiel einer schottischen Krankenschwester, die sich bei einem Hilfseinsatz in Sierra Leone infiziert hatte. Neun Monate nach ihrer vermeintlichen Heilung brach die Krankheit erneut aus. 

Das gleiche Schicksal traf einen Arzt in den USA. Zwei Monate nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus litt er unter einer Sehschwäche, starken Schmerzen und rasch steigendem Druck im linken Auge, wie die «New York Times» berichtete. Das Virus hatte sich in sein Auge zurückgezogen.

Der Erreger überlebt in Körperflüssigkeiten

Laut einer im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Untersuchung kann das Ebola Virus mehrere Monate lang im männlichen Samen überleben. Übertragen wird der Erreger über Blut und andere Körperflüssigkeiten, die Inkubationszeit beträgt ungefähr zehn Tage, dann treten bei den Betroffenen die ersten Symptome auf.  

Eine Ebola-Infektion ist schwierig zu erkennen. Zuerst  treten beim Patienten Anzeichen wie bei einer Grippe auf: Hohes Fieber, Schüttelforst, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Danach kommt es zu Durchfall und Erbrechen. Im späteren Krankheitsverlauf kommt es zu inneren Blutungen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach Ansicht von Experten nur bei sehr engem Kontakt möglich. 

Seit wann gibt es Ebola?

Die Krankheit brach erstmals 1976 im Kongo, am Fluss Ebola, auf. Daher trägt der Virus auch diesen Namen. Seither kam es in Afrika zu 15 Epidemien. Woher das Virus genau stammt, das konnte die Forschung bisher nicht klären. Die Primärquelle ist nach wie vor unbekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass sich Menschen beim Essen von Schimpansenfleisch infiziert haben sollen. Einige Wissenschaftler glauben, dass der Ebola-Virus auf den Kontakt mit Flughunden zurückgeht.

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