Beginn der Modernisierung? Zeugen Jehovas erlauben Mitgliedern Bluttransfusionen – unter einer Bedingung

Jan-Niklas Jäger

24.3.2026

Mitglieder der Zeugen Jehovas dürfen nun Blut spenden – aber nur für sich selbst. (Archivbild)
Mitglieder der Zeugen Jehovas dürfen nun Blut spenden – aber nur für sich selbst. (Archivbild)
Bild: Britta Pedersen/dpa

Die Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas hat ihre Regeln im Bezug auf Bluttransfusionen gelockert. Von ihrer offiziellen Richtlinie will die Gruppe aber nicht abrücken.

Jan-Niklas Jäger

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  • Die Zeugen Jehovas lockern ihre Regeln im Bezug auf die Spende und den Erhalt von Blut im medizinischen Kontext.
  • Mitglieder können sich nun Blut abnehmen und dieses aufbewahren lassen.
  • Empfänger des Blutes darf aber nur der «Spender» selbst sein.
  • Ehemalige Mitglieder kritisieren die Änderung als nicht weitreichend genug.

«Unser Kernglaube hinsichtlich der Heiligkeit von Blut bleibt unverändert», stellt ein Sprecher der Zeugen Jehovas klar. Dennoch ist die geänderte Praxis, die die Glaubensgemeinschaft am Freitag bekannt gab, bemerkenswert: Ab sofort dürfen Mitglieder Bluttransfusionen annehmen – mit einer nicht unwesentlichen Beschränkung.

Voraussetzung ist nämlich, dass es sich um das eigene Blut der jeweiligen Person handelt. Das heisst in der Praxis, dass Mitglieder sich Blut abnehmen und dieses aufheben lassen dürfen und ihr eigenes Blut ihnen wieder zugeführt werden kann, berichtet die BBC.

Das könnte im Fall einer vorab geplanten Operation oder auch bei einem medizinischen Notfall relevant werden.

Kritik von ehemaligen Mitgliedern

«Alle Christen müssen für sich selbst entscheiden, wie ihr Blut bei ärztlicher Betreuung verwendet wird», sagte Gerrit Losch, Teil des Führungsstabs der Glaubensgemeinschaft, bei der Verkündung der Änderung.

Ehemalige Mitglieder der Zeugen Jehovas, deren strikte Regeln und autoritär geprägten Strukturen wiederholt in der Kritik stehen, zeigten sich wenig begeistert von der Ankündigung. Für viele geht die Änderung nicht weit genug.

Das Verbot des Einsatzes fremden Blutes selbst in medizinischen Notfällen bleibt demnach bestehen. Die Zeugen Jehovas berufen sich dabei auf Bibelstellen, nach denen Blut ein heiliges Gut sei. Nach Angaben der Gruppe selbst gibt es weltweit etwa neun Millionen Anhänger des Glaubens.