Kalb eingeschläfert Zoo Zürich will trotz Todesfällen weiterhin Elefanten züchten

Oliver Kohlmaier

3.6.2026

Elefantenbaby im Zoo Zürich ist nicht überlebensfähig

Elefantenbaby im Zoo Zürich ist nicht überlebensfähig

03.06.2026

Weil es nicht überlebensfähig war, wurde im Zoo Zürich ein Elefantenbaby eingeschläfert – nicht der erste Todesfall eines Kalbes. Der Zoo will dennoch an der Züchtung von Elefanten festhalten. 

Redaktion blue News

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  • Am Dienstag ist im Zoo Zürich ein erst am Vortag geborenes Elefantenkalb eingeschläfert worden.
  • Laut dem Direktor will der Zoo dennoch an der Züchtung von Elefanten festhalten. Die Todesfälle hätten nichts mit der Haltung zu tun.
  • Derzeit werde der Grund für die Fehlbildung der Hinterbeine gesucht.

Auch in Zukunft möchte der Zoo Zürich Elefanten züchten. Der Tod des am Montag geborenen Elefantenbabys habe nichts mit der Haltung zu tun, sagte Zoodirektor Severin Dressen gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF. «Fehlbildungen gehören in der pränatalen Entwicklung dazu. Das ist Teil der Natur, dass sich nicht alle Tiere so entwickeln, wie es sein müsste», so Dressen.

Das männliche Jungtier habe mehrmals kräftige Aufstehversuche unternommen. «Das ist unüblich», erklärte der Zoodirektor. Es sei mit einer Fehlbildung der Hinterbeine geboren worden.

«Das ist frustrierend»

Da die Prognose keine Aussicht auf komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zuliess, wurde das Tier am Dienstag eingeschläfert. Nach dem Einschläfern erhielt Muttertier Indi die Möglichkeit, sich von ihrem toten Jungtier zu verabschieden. Die Elefantenmutter habe gespürt, «dass mit ihrem Kalb etwas nicht stimmt».

«Das ist frustrierend», sagte Dressen. «Wir hatten seit der Eröffnung des Elefantenhauses acht Geburten, wovon vier gut gelaufen sind und vier nicht.» Dabei habe es sich unter anderem um unterschiedliche Fehlentwicklungen aus unterschiedlichen Gruppen von Elefanten gehandelt: «Einzelfälle ohne kausalen Zusammenhang.»

Die Elefantenzucht in Zürich wird laut Zoodirektor Severin Dressen nicht in Frage gestellt.
Die Elefantenzucht in Zürich wird laut Zoodirektor Severin Dressen nicht in Frage gestellt.
Alexandra Wey/Keystone (Archivbild)

Dressen sieht demnach kein Muster, weshalb er auch nicht die Tierhaltung in Frage stellt. Rational könne er nichts gegen diese Fehlbildungen machen.

Warum das Tier mit einer Fehlbildung zur Welt kam, ist laut Dressen bislang unbekannt. Er sagte: «Das Tier geht in die Pathologie des Tierspitals und wird untersucht. Es werden in den nächsten Tagen und Wochen viele Tests durchgeführt, um herauszufinden, was genau los war. Rein äusserlich gab es keine offenkundigen Dinge, die man hätte sehen können.»

«Kein Nutzen für Artenschutz»

Tierschützer sehen das anders. Sie forderten den Zoo schon verschiedentlich dazu auf, mit der Nachzucht von Elefanten aufzuhören. Der Zoo scheitere daran, die Jungtiere durchzubringen, schrieb bei einem vergangenen Todesfall die Fondation Franz Weber.

Der Zoo stecke Millionen in Neubauten oder den Unterhalt von Gehegen, um die Gefangenschaft für die Tiere erträglicher und für das Publikum attraktiver zu machen. Für den Artenschutz bringe das keinen Nutzen.

Bereits in den Jahren 2020 und 2023 wurden nicht lebensfähige Jungtiere geboren. Im Jahr 2020 wurde ein Kalb zudem durch andere Elefanten in der Gruppe vermutlich totgetreten. Im September 2025 starb ein Jungtier nach einer Beinverletzung beim Spielen.

Mit Material von Keystone-SDA.