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Ältere Menschen profitieren

Studie zeigt: KI verdrängt junge Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt

Inwiefern Künstliche Intelligenz das menschliche Denken ersetzen wird, beschäftigt zurzeit die Politik, Wirtschaft und die Forschung. (Archivbild)

Inwiefern Künstliche Intelligenz das menschliche Denken ersetzen wird, beschäftigt zurzeit die Politik, Wirtschaft und die Forschung. (Archivbild)

Keystone

Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt spürbar: Vor allem junge Berufseinsteiger verlieren in stark KI-geprägten Branchen an Boden, während ältere Beschäftigte von ihrer Erfahrung profitieren.

Lea Oetiker
Keystone-SDA

Lea Oetiker, Keystone-SDA

27.08.2025, 01:25•27.08.2025, 06:50

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Eine Stanford-Studie zeigt: In KI-lastigen Branchen gibt es deutlich weniger junge Jobs, etwa minus 20  Prozent bei Software-Entwicklern.
  • Auch Callcenter sind betroffen, während in Bereichen ohne KI-Einsatz Stellen für Junge zulegen.
  • Ältere profitieren, da ihre Erfahrung von KI nicht ersetzt wird.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

In Bereichen mit einem breiten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gibt es laut einer US-Studie spürbar weniger Jobs für junge Arbeitnehmende. Die Auswirkungen von KI errechneten Forschende der Stanford-Universität.

Die Beschäftigung von 22- bis 25-jährigen Software-Entwicklerinnen und -Entwicklern sei seit Ende 2022 um ein Fünftel gefallen, schrieben die Forschenden.

Insgesamt sei die Zahl der 22- bis 25-jährigen Beschäftigten in Jobs, die am stärksten von KI-Software durchdrungen sind, um sechs Prozent gesunken. Eine weitere stark betroffene Branche neben der Software-Entwicklung ist der Kundendienst unter anderem mit Callcenter-Arbeitsplätzen. In Bereichen mit wenig KI-Einsatz sei die Beschäftigung junger Arbeitnehmenden dagegen um rund neun Prozent gestiegen, hiess es.

Schützt Erfahrung vor KI-Konkurrenz?

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie: Die Zahl älterer Arbeitnehmenden nahm auch in Bereichen mit hohem KI-Einsatz zu. Die Stanford-Forschenden sehen eine mögliche Erklärung dafür darin, dass KI über das Grundwissen aus der Ausbildung verfüge – nicht aber über die Erfahrung, die man sich mit der längeren Ausübung eines Berufs aneigne.

Zudem sei die Verdrängung höher bei Jobs, in denen KI Mitarbeitende ersetzen könne, statt sie nur zu unterstützen. In Bereichen wie der Pflege wachse die Beschäftigung in allen Altersgruppen.

Auch andere Faktoren möglich

Für die Studie wurden Informationen des Personalbuchhaltungs-Dienstleisters ADP ausgewertet. Nach dem Ausschluss unter anderem von Teilzeit-Beschäftigten lag die Datenbasis für die Studie bei 3,5 bis 5 Millionen Arbeitnehmenden pro Monat. Es ist die erste Analyse auf einer so breiten Grundlage, die zu dem Ergebnis kommt, dass KI den Arbeitsmarkt bereits spürbar beeinflusst.

Die Stanford-Forschenden schränken zugleich ein, dass die ADP-Daten nicht ganz die Struktur der US-Wirtschaft abbilden. Auch stützten sie sich unter anderem auf Schätzungen der KI-Firma Anthropic als es darum ging, die Art der KI-Nutzung in einer Tätigkeit zu bestimmen. Die Forschenden räumen ein, dass die exakten Zahlen auch von anderen Faktoren beeinflusst werden könnten. Sie versuchten unter anderem, mögliche Verzerrungen durch die Konjunktur oder die Jobstreichungen nach einem zu schnellen Aufbau von Arbeitsplätzen zu Beginn der Corona-Pandemie herauszurechnen.

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