11.01.2017 - 14:33, gusi

Belair steht kurz vor dem Grounding

 

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Die Schweizer Charter-Gesellschaft kämpft schon lange mit dem Spardruck. Jetzt scheint der Mutterkonzern, die Air Berlin, die Fluggesellschaft endgültig stilllegen zu wollen.

Es gibt nur noch wenig Hoffnung für die Schweizer Fluggesellschaft Belair. Am Dienstagnachmittag hatte CEO Lucas Ochsner die Belegschaft über die düstere Zukunft informiert. Demnach drohe schon Ende März das definitive Grounding, wie das Luftfahrt-Nachrichtenportal «Aerothelegraph» berichtet.

Der Grund für das baldige Aus: Der Mutterkonzern Air Berlin ist selbst angeschlagen und muss sparen. Den Rotstift setzt das Unternehmen jetzt bei der Firma mit Sitz in Opfikon ZH an. So sollen die Belair-Flüge zu den klassischen Feriendestinationen ab April durch die Fluggesellschaft Niki übernommen werden. 285 Stellen stehen bei Belair auf dem Spiel.

Es gebe noch eine geringe Chance, dass Belair bei Eurowings landet, hiess am Rande der Information am Dienstag. Zudem werde den Schweizer Angestellten ein Job innerhalb von Air Berlin in Aussicht gestellt. Laut «Aerothelegraph» sei das für viele aber wegen der schlechteren Konditionen und des damit verbundenen Umzugs keine Option.

Mit einem guten Ende rechnet daher kaum jemand mehr. Bereits am Mittwoch hatten sich Belair-Mitarbeitende krank gemeldet. Mehrere Flüge nach Berlin und Düsseldorf wurden annulliert. Die anderen Flüge wurden durchgeführt, aber mit Angestellten von Air Berlin und Niki.

Air Berlin lässt sich noch nicht in die Karten blicken. «Die zukünftigen Rahmenbedingungen unseres Geschäfts in der Schweiz sind noch nicht finalisiert, wir informieren aber unsere Mitarbeiter und unsere Kunden direkt, sobald dies abgeschlossen ist», erklärt eine Sprecherin.

Von der Gründung bis zur Übernahme

Die Belair ging 2001 aus der Chartergesellschaft Balair hervor, die im Rahmen des Swissair Groundings 2001 ebenfalls am Boden bleiben musste. Der Reisekonzern Hotelplan gründete die Firma und bot hauptsächlich Flüge zu Badeorten am Mittelmeer und nach Nordafrika an.

Neben den Ferienflügen dienten die Flieger der Belair aber mehrfach auch für Rückführung von Reisenden aus Krisengebieten, nach Naturkatastrophen oder Anschlägen. In Zusammenarbeit mit der Rega wurde die Boeing 757 HB-IHR der Belair so umkonzipiert, dass sie als Rettungsflugzeug eingesetzt werden könnte. 

Ab 2007 bestand mit Air Berlin eine strategische Partnerschaft. Seit Oktober 2009 gehört die Gesellschaft vollständig zum deutschen Unternehmen. Belair dient seither nur noch als Firmenname. Sämtliche Flüge wurden bereits unter der Marke Air Berlin durchgeführt. 

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