Kritik an KonzernleitungEntrüstungswelle wegen Axpo-Boni – jetzt greift Kanton durch
Samuel Walder
20.12.2024
Axpo-Chef Christoph Brand ist wegen des stark gestiegener Boni unter Druck geraten. Der Aargauer Regierungsrat spricht von «fehlender Sensibilität gegenüber Politik, Wirtschaft und Bevölkerung». (Archivbild)
sda
Rekordgewinne, verdoppelte CEO-Vergütung und wachsende Kritik. Die Axpo steht wegen hoher Boni und mangelnder Transparenz bei ihrer Vergütungspolitik unter politischem Druck. Der Regierungsrat des Kantons Aargau plant erste Massnahmen.
Die Axpo erzielte 2023/2024 ein Ergebnis von 1,6 Milliarden Franken.
Massive Boni, insbesondere für den CEO, stossen auf Kritik wegen mangelnder Sensibilität nach einem kürzlichen Rettungsschirm.
Der Regierungsrat des Kantons Aargau plant eine Statutenänderung, um den Eigentümern bei Vergütungsentscheidungen mehr Einfluss zu geben.
Eine breite politische Bewegung verlangt die Deckelung der Gesamtvergütungen, während die Axpo trotz Kritik als zentraler Akteur der Schweizer Energieversorgung betont wird.
Rekordgewinne, Rekordboni – und wachsende Kritik: Die Axpo Holding AG hat mit ihrem erfolgreichen Geschäftsjahr 2023/2024 zwar ein Gesamtergebnis von 1,6 Milliarden Franken erzielt, doch die hohen Vergütungen für die Konzernleitung bringen Unmut. Besonders im Fokus: der gestiegene Bonus des CEO, der sich fast verdoppelt hat.
Nun reagiert der Kanton Aargau, wie am Freitagmorgen bekannt wird. Der Regierungsrat fordert ein Mitspracherecht der Eigentümer bei den Vergütungen und plant erste Massnahmen.
Bei der Generalversammlung der Axpo am 17. Januar 2025 soll ein Antrag auf Änderung der Unternehmensstatuten eingebracht werden. Künftig soll nicht mehr der Verwaltungsrat alleine über die Vergütungen von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat entscheiden, sondern die Generalversammlung.
Damit würde die Mitsprache der Eigentümer – darunter der Kanton Aargau – gestärkt. Sollte die Änderung beschlossen werden, käme sie erstmals für das Geschäftsjahr 2025/2026 zur Anwendung.
Diese Massnahme orientiert sich an den Public Corporate Governance (PCG)-Richtlinien des Kantons Aargau, die bei staatsnahen Betrieben eine Vergütungsfreigabe durch die Generalversammlung vorsehen, heisst es in der Mitteilung.
Rekordboni nach Rettungsschirm: Kritik an mangelnder Sensibilität
Trotz der beeindruckenden Geschäftszahlen sieht der Regierungsrat die hohen Boni kritisch. Der CEO der Axpo erhielt im vergangenen Jahr eine Vergütung von 1,548 Millionen Franken – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 889'000 Franken des Vorjahres. Auch die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung profitierten von teils grossen Zuzahlungen.
Dabei stösst besonders der Zeitpunkt der Boni-Auszahlungen auf Unverständnis. Noch vor kurzem stand die Axpo unter dem Rettungsschirm des Bundes, der Bonuszahlungen untersagte. Zwar beanspruchte das Unternehmen die staatliche Hilfe letztlich nicht, doch der Regierungsrat kritisiert, dass die Rekordvergütungen den Eindruck einer nachträglichen Kompensation für entgangene Boni erwecken könnten.
«Wir erwarten von einem staatlich dominierten Unternehmen mehr Sensibilität gegenüber Politik, Wirtschaft und der Bevölkerung», betont der Regierungsrat. Ähnliche Forderungen wurden in Gesprächen und Schreiben wiederholt an die Axpo herangetragen – bislang ohne durchschlagenden Erfolg.
Politischer Druck steigt
Die umstrittenen Boni haben inzwischen auch die politische Ebene erreicht. Eine von allen Fraktionen des Aargauer Grossen Rats unterzeichnete Motion verlangt eine Deckelung der Gesamtvergütungen für die Axpo-Konzernleitung. Der Regierungsrat wird in Kürze Stellung zu diesem Vorstoss nehmen.
Christoph Schneider, der zuständige Gemeinderat, unterstreicht, dass die geplante Statutenänderung auch im Einklang mit den bereits erarbeiteten Governance-Regeln der Aktionäre steht. Doch durch das Nein der Schaffhauser Bevölkerung zur Ablösung des NOK-Vertrags im August 2024 verzögerte sich die Umsetzung.
Trotz der Kontroverse hebt der Regierungsrat die Bedeutung der Axpo für die Schweizer Energieversorgung hervor. Das Unternehmen lieferte im vergangenen Jahr mehr als 40 Prozent des im Land verbrauchten Stroms und hat sich nach schwierigen Marktveränderungen stabilisiert. Dennoch mahnt der Regierungsrat, dass wirtschaftlicher Erfolg mit einer angemessenen und transparenten Vergütungspolitik einhergehen müsse.
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik