Medien«20 Minuten» feiert sich zum Abschied der Printausgabe selbst
SDA
23.12.2025 - 08:57
Die Zeitungsboxen von "20 Minuten" wurden am Dienstag zum letzten Mal befüllt. Die gedruckte Ausgabe erschien nach 26 Jahren zum letzten Mal.
Keystone
«20 Minuten» hat sich mit einer Sonderausgabe von seiner Printversion verabschiedet. Die 1999 lancierte Pendlerzeitung erscheint künftig nur noch digital.
Keystone-SDA
23.12.2025, 08:57
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Die blauen Zeitungsboxen von «20 Minuten» wurden am frühen Dienstagmorgen in der Deutschschweiz, der Romandie und im Tessin ein letztes Mal befüllt. Zum Abschied gab es eine Sonderausgabe, in der sich die zur TX Group gehörende Gratiszeitung für einmal selbst ins Zentrum stellte.
So erzählt Medienminister Albert Rösti (SVP) in einem Interview beispielsweise davon, wie überrascht er 1999 war, als plötzlich eine «gut lesbare Zeitung gratis verfügbar war». Die Leserinnen und Leser erfahren zudem, dass die blauen Zeitungsboxen zwar aus dem Strassenbild verschwinden, aber zumindest in zwei Museen noch zu sehen sein werden.
Die Pendlerzeitung mischte zum Jahrtausendwechsel die Schweizer Medienlandschaft auf und machte Nachrichten für viele Menschen kostenlos verfügbar – Jahre bevor die Medienhäuser über das Internet ein grosses Publikum erreichten.
Knackige Titel, viele Bilder
Im zweiten Teil der Print-Abschiedsausgabe folgten die gewohnten Inhalte: «Pornos nur noch mit E-ID», «Luxusdiebe erbeuten beim ersten Mal Ferrari und BMW» lauteten zwei der Titel. Eine breite, lesernahe Themenauswahl, kurze Texte und viele Bilder prägten «20 Minuten» von Anfang an bis heute.
Mit «20 Minuten» verschwindet die letzte gedruckte und kostenlose Schweizer Tageszeitung. Die Konkurrenz kam und ging teilweise ziemlich rasch wieder: «Metropol», «.CH», «Blick am Abend» und «News». Das Ende der gedruckten Ausgabe zeichnete sich auch bei «20 Minuten» zuletzt aufgrund rückläufiger Werbeeinnahmen ab.
«20 Minuten» will sich künftig auf den digitalen Auftritt konzentrieren. Die überarbeitete App wurde bereits im Herbst lanciert. 2026 sollen laut Mitteilung «weitere Innovationen für unsere Nutzerinnen und Nutzer und für den Werbemarkt» folgen.
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
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