UBS-Analyse 287 neue Milliardäre – so viele gab es noch nie

Samuel Walder

4.12.2025

Die Menschen werden immer reicher. Im Jahr 2025 gab es 287 neue Milliardäre.
Die Menschen werden immer reicher. Im Jahr 2025 gab es 287 neue Milliardäre.
Hannes P Albert/dpa

Noch nie ist die Zahl neuer Milliardäre in einem Jahr so stark gestiegen wie 2025. Laut UBS überschritten 287 Personen die Milliardenmarke – ein Rekord. Der Report zeigt, wie sich das Profil der Superreichen verändert und wo die Schweiz steht.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • 2025 wurden weltweit 287 neue Milliardärinnen und Milliardäre gezählt – ein Rekordjahr, mit den meisten Selfmade-Vermögen in den USA und Erbschaften in Europa.
  • Die Gesamtzahl der Dollar-Milliardäre stieg auf 2919, wobei Frauen trotz wachsendem Vermögen nur 374 davon ausmachen und oft durch Erbschaft reich wurden.
  • In den nächsten 15 Jahren werden rund 6,9 Billionen Dollar innerhalb der Milliardärsfamilien vererbt, was Banken zu neuen Beratungsstrategien veranlasst.

Es ist ein Rekordjahr für die globale Geldelite: Laut dem aktuellen Billionaire Ambitions Report 2025 der UBS haben weltweit 287 Menschen in diesem Jahr erstmals die magische Schwelle von einer Milliarde Dollar Vermögen überschritten – so viele wie nie zuvor. Unter ihnen: Tech-Gründer Ben Lamm, Mitinitiator des Biotech-Start-ups Colossal, und Marilyn Simons, die Witwe des legendären Hedgefondsmanagers Jim Simons.

Insgesamt 196 der neuen Mitglieder des exklusivsten Clubs der Welt haben sich ihren Reichtum selbst erarbeitet – meist durch den Aufbau erfolgreicher Unternehmen. Die USA führen dabei einmal mehr: Mit 92 neuen Selfmade-Milliardären liegt das Land an der Spitze. Europa hingegen dominiert bei den Erben: 48 der Neureichen haben ein Milliardenvermögen geerbt.

Die neue Generation bringt frisches Kapital mit: Allein die Neumilliardäre dieses Jahres kommen zusammen auf ein Vermögen von rund 684 Milliarden Dollar. Die Gesamtzahl aller Dollar-Milliardäre stieg damit um 8,8 Prozent auf weltweit 2919 Personen.

Schweiz bleibt attraktiver Standort – mit 84 Milliardären

Auch die Schweiz behauptet sich als Top-Adresse für Vermögende: 84 Milliardäre wohnen hier – darunter bekannte Namen wie die Aponte-Familie (MSC) und der Roche-dominierende Hoffmann/Oeri-Clan. Allerdings hat sich 2025 auch ein prominenter Milliardär verabschiedet: Der polnische Investor Sebastian Kulczyk kehrte laut Forbes in seine Heimat zurück.

287 neue Milliardäre unbd Milliardärinnen gibt es im Jahr 2025.
287 neue Milliardäre unbd Milliardärinnen gibt es im Jahr 2025.
UBS Billionaire Ambitions Report

Frauen holen langsam auf – aber oft per Erbschaft

Ein Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt: Der Club bleibt männlich dominiert. Von den fast 3000 Milliardären weltweit sind lediglich 374 Frauen, der Rest – ganze 2545 Personen – sind Männer. Bei den 43 neuen Milliardärinnen des Jahres stammten 27 aus Erbschaften, nur 16 schafften den Aufstieg aus eigener Kraft.

Doch laut UBS-Experte Benjamin Cavalli holen Frauen auf – und zwar schnell: Milliardärinnen vermehren ihr Vermögen inzwischen zum vierten Mal in Folge schneller als ihre männlichen Pendants. Grund: Sie nutzen geerbte Unternehmen oft als Sprungbrett, erschliessen neue Märkte und setzen auf Produkte mit breiter Zielgruppe.

Eine Billionen-Erbschafts-Welle rollt an

Mit Blick in die Zukunft wird klar: In den kommenden 15 Jahren steht eine massive Vermögensweitergabe an – allein unter den Milliardären sollen laut UBS 6,9 Billionen Dollar vererbt werden. Der Löwenanteil bleibt dabei in der Familie und geht häufig zuerst an die Witwe.

Weil Frauen nach dem Tod ihrer Partner oft die Bank wechseln, setzen Institute wie die UBS vermehrt auf partnerschaftliche Beratung – ein strategisches Umdenken in der Vermögensverwaltung.