Tourismus5 Fragen an Jungfraubahnen-CEO: Hat es noch Platz auf dem Berg?
SDA
8.1.2026 - 11:29
Im vergangenen Jahr kamen über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch. Laut dem CEO der Jungfraubahnen gibt es trotzdem noch Potenzial. (Archivbild)
Keystone
Der neue CEO Oliver Hammel hat erstmals Zahlen für die Jungfraubahn-Gruppe präsentiert. Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP nimmt er Stellung zum Ansturm aufs Jungfraujoch und zu möglichen Folgen der Brandkatastrophe in Crans-Montana für den Schweizer Tourismus.
Keystone-SDA
08.01.2026, 11:29
SDA
AWP: Im vergangenen Jahr kamen erneut etwas über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch. Ist die natürliche Grenze erreicht – oder sehen Sie weiteres Potenzial?
Oliver Hammel: Es gibt noch Potenzial in der Nebensaison von November bis März und – mit Blick auf die Tageszeiten – am frühen Morgen und am späteren Nachmittag. Unser Ziel ist es, über die gesamte Saison einen möglichst durchgängig ausgelasteten Betrieb zu haben. Ein Erfolgsbeispiel war zuletzt der US-Markt, bei dem wir trotz globaler Unsicherheiten deutlich zugelegt haben.
AWP: Befürchten Sie nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana einen Imageschaden für den Schweizer Tourismus, von dem auch die Jungfrau Region betroffen wäre?
OH: Das ist sehr schwierig abzuschätzen. Wir haben die Ereignisse mit grosser Betroffenheit verfolgt und beobachten die Situation genau. Ob daraus ein nachhaltiger Imageschaden entsteht, wird sich zeigen.
AWP: Sie sind letzten Sommer aus Thailand ins Berner Oberland gewechselt – ein Kulturschock?
OH: Ich habe drei Jahre in Bangkok gelebt und dort den südostasiatischen Markt für DKSH betreut. Davor war ich zwölf Jahre in China. Ich bin und bleibe aber Schweizer. Es war für mich kein Kulturschock, sondern ein Heimkommen in eine wunderschöne und lebenswerte Region.
AWP: Wie spürt die Jungfraubahn-Gruppe den Klimawandel?
OH: Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf unseren täglichen Betrieb. Wir überfliegen etwa den Aletschgletscher, der das Jungfraujoch bedeckt, regelmässig mit Drohnen und kartografieren ihn, um zu beobachten, wie sich Eis und die Oberflächenhöhe verändern. Mit steigenden Temperaturen gerät der Berg stärker in Bewegung, wie der Bergsturz in Blatten auf tragische Weise gezeigt hat. Mit Snowfarming versuchen wir, die Eis- und Schneeschicht auf dem Jungfraujoch zu erhalten.
AWP: Ihr Vorgänger Urs Kessler hat das Unternehmen über viele Jahre geprägt. Wie gross ist der Spielraum, um eigene Akzente zu setzen?
OH: Es gibt Spielraum. Ein zentrales Projekt ist die Erneuerung der Firstbahn. Das Mitwirkungsverfahren ist bald abgeschlossen. Da ist die Gemeinde im Lead – es gingen rund 90 Rückmeldungen ein. Daneben gibt es kurzfristigere Projekte wie die Erneuerung der Luftseilbahn auf der Achse Lauterbrunnen-Grütschalp, die das Gästeerlebnis weiter verbessern soll.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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