Ausverkauf mit HakenSBB wollen 900'000 FFP2-Masken kurz vor Ablaufdatum loswerden
Samuel Walder
4.12.2024
Die SBB verkaufen 900'000 FFP2-Masken. Ein Vorratsverkauf mit Haken. Denn die Masken stehen kurz vor ihrem Ablaufdatum. (Symbolbild)
Marijan Murat/dpa
Die SBB verkaufen 900'000 FFP2-Masken für 20 Franken pro Palette – ein Angebot, das unschlagbar erscheint. Doch die Masken stehen kurz vor dem Ablaufdatum, selbst als Staubschutz sind sie nur bedingt geeignet.
Ein Schnäppchen, das zu schön klingt, um wahr zu sein: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) verkaufen derzeit 63 Paletten mit insgesamt 900'000 FFP2-Masken für gerade einmal 20 Franken pro Palette. Das macht lächerliche 0,14 Rappen pro Maske – ein Preis, der vor drei Jahren undenkbar gewesen wäre, als die Masken 350-mal teurer waren.
Doch der Deal hat einen entscheidenden Haken: Die Haltbarkeitsfrist der Masken läuft im Dezember ab – oder vielleicht im Januar, so ganz genau scheint das niemand zu wissen, wie «Inside Paradeplatz» schreibt.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die SBB versuchen offenbar, ihren gigantischen Maskenvorrat auf den letzten Drücker loszuwerden. Neben den FFP2-Masken sollen auch 500'000 Hygienemasken verkauft werden. Abholen kann man die Bestände in Trimbach SO.
Doch die Uhr tickt. Laut der Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic ist der Verkauf abgelaufener Hygienemasken in der Schweiz verboten. Sollten die SBB ihre Bestände nicht rechtzeitig loswerden, droht die Entsorgung – ein teures und aufwändiges Unterfangen.
«Das ist uns bewusst», erklären die SBB auf Anfrage. Der Verkauf sei ein Versuch, die Masken noch kurzfristig einem Nutzen zuzuführen.
Eine zweifelhafte Verwendung
Doch wer kauft FFP2-Masken, deren Schutzfunktion bald verfällt? Die Mediensprecherin der SBB schlägt vor, sie als Staubschutz zu verwenden. Eine pragmatische Idee – zumindest auf den ersten Blick. Doch auch hier gibt es Probleme: Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums wird das Material der Masken porös, und selbst für einfache Schutzaufgaben gelten sie als ungeeignet. Kein seriöses Unternehmen würde seine Mitarbeiter mit abgelaufenem Material ausstatten.
Welche Firma benötigt also bis Weihnachten 14'500 Masken – und kann sie sofort einsetzen?
Fahrlässig oder unvermeidbar?
Der Versuch, medizinisches Material kurz vor Ablaufdatum zu verkaufen, wirft grundsätzliche Fragen auf. Ist es verantwortungsvoll, Masken anzubieten, die bald nicht mehr verwendet werden dürfen? Oder hätten die SBB früher handeln müssen, um dieses Dilemma zu vermeiden?
Eine frühere Verkaufsaktion hätte zweifellos Druck und kritische Nachfragen reduziert. Doch dazu kam es nicht. Die SBB argumentieren, sie wollten zumindest einen Teil der Masken sinnvoll nutzen, statt alles entsorgen zu müssen.
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Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
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